Riesa. Das Festival für urbane Kunst und Industriekultur, IBUG (Industriebrachen-Umgestaltung), kehrt 2026 nach Riesa zurück und feiert dort sein 20-jähriges Bestehen. Nach dem erfolgreichen Gastspiel im Rahmen der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 wird erneut das ehemalige Muskator-Werk am Elbufer zur außergewöhnlichen Bühne für internationale Künstlerinnen und Künstler. Ab dem Eröffnungswochenende am 22. August 2026 können Besucherinnen und Besucher das historische Industrieareal entdecken und erleben, wie verlassene Gebäudestrukturen durch zeitgenössische Kunst neu interpretiert werden. Das Gelände des ehemaligen Kraftfuttermischwerks wird dabei nicht nur Ausstellungsfläche, sondern selbst Teil der Kunstwerke.
Größeres Festivalgelände mit neuen Bereichen
Für die Jubiläumsausgabe wächst das IBUG-Gelände in Riesa deutlich. Während bereits 2024 das ehemalige Muskator-Werk als eindrucksvolle Kulisse diente, werden 2026 zusätzliche Bereiche für das Publikum geöffnet. Neu zugänglich sind unter anderem die markanten Silos, weitere Maschinenräume des Mühlengebäudes inklusive Trafostation sowie die Verladestation mit der sogenannten Redlerbrücke. Dadurch erweitert sich die Ausstellungsfläche erheblich und bietet noch mehr Raum für kreative Projekte.
Das Industrieensemble mit seinen historischen Anlagen bildet den perfekten Kontrast zu den modernen Kunstformen, die hier entstehen. Zwischen Stahl, Beton und alten Produktionsanlagen treffen Street Art, Installationen und urbane Gestaltung auf die Geschichte eines ehemaligen Industriestandorts.
Rund 60 Künstlerinnen und Künstler aus 18 Ländern gestalten das Werk
Ende Juli beginnt die zweiwöchige kreative Aufbauphase. Rund 60 internationale Kunstschaffende aus 18 Ländern verwandeln das Gelände in eine riesige Open-Air-Galerie. Geplant sind zahlreiche Arbeiten aus unterschiedlichen Bereichen der urbanen Kunst – darunter großformatige Murals, Installationen, Illustrationen, Paste-Ups und weitere experimentelle Kunstformen. Die Künstlerinnen und Künstler nutzen dabei nicht nur die vorhandenen Räume, sondern beziehen auch die Vergangenheit des Ortes in ihre Werke ein. So entstehen individuelle Kunstwerke, die sich mit der Industriegeschichte Riesa und der Atmosphäre des verlassenen Fabrikgeländes auseinandersetzen.
Sechs Festivaltage im August und September 2026
Die IBUG 2026 öffnet an insgesamt sechs Tagen ihre Tore für Besucherinnen und Besucher. Anders als in früheren Jahren findet das Festival ausschließlich an Wochenenden statt.
Festivaltermine:
und 23. August 2026
und 30. August 2026
und 6. September 2026
Neben der Kunstausstellung erwartet die Gäste ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Musik, Gastronomie, Führungen und weiteren Veranstaltungen. Die Kombination aus urbaner Kunst, Industriekultur und gemeinschaftlichem Erlebnis macht den besonderen Charakter des Festivals aus.
IBUG verbindet Kunst, Geschichte und gesellschaftliches Engagement
Seit der Gründung im Jahr 2006 steht die IBUG für die kreative Wiederbelebung verlassener Industrieflächen. Initiator war der Graffiti-Künstler Tasso, der das Festival ursprünglich in Meerane ins Leben rief. Seitdem hat sich die Veranstaltung an wechselnden Orten in Sachsen weiterentwickelt und jährlich tausende Besucher angezogen. Mit der Gründung des gemeinnützigen IBUG e.V. im Jahr 2019 wurde das Festival dauerhaft organisatorisch verankert und zu einem festen Bestandteil der sächsischen Kulturlandschaft.
Das zentrale Konzept bleibt bis heute unverändert: Vergessene Orte sollen durch Kunst wieder sichtbar gemacht werden. Dabei spielt die Geschichte der jeweiligen Standorte eine wichtige Rolle. Gespräche mit ehemaligen Beschäftigten, der Austausch mit Anwohnerinnen und Anwohnern sowie historische Recherchen liefern den Künstlerinnen und Künstlern wichtige Impulse für ihre Arbeiten.
Vom verlassenen Fabrikgelände zum lebendigen Kulturort
Die IBUG zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie aus scheinbar nutzlosen Industriebrachen Orte der Begegnung entstehen können. Die Verbindung aus regionaler Geschichte, moderner Kunst und gemeinschaftlichem Engagement schafft einzigartige Räume für Austausch und Inspiration. Das ehemalige Muskator-Werk in Riesa wird damit erneut zu einem Beispiel dafür, wie kulturelle Projekte alte Industrieanlagen neu beleben und ihnen eine neue Bedeutung geben können.
Helferinnen und Helfer für die Jubiläumsausgabe gesucht
Für den Aufbau und die Durchführung der IBUG 2026 werden weiterhin engagierte Unterstützerinnen und Unterstützer gesucht. Freiwillige Helfer sowie handwerklich erfahrene Menschen können Teil des Festivalteams werden und einen Blick hinter die Kulissen werfen. Interessierte können sich per E-Mail an helfen@ibug-art.de melden.
Die Jubiläumsausgabe der IBUG wird unter anderem durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, den Kulturraum Meißen – Sächsische Schweiz – Osterzgebirge, das Ehrenamtsprogramm „Wir für Sachsen“, die Stadt Riesa und die Wohnungsgesellschaft Riesa mbH unterstützt.
