Erfurt. Nach dem Großbrand auf dem Gelände des alten Erfurter Schlachthofs dauern die Löscharbeiten auch am Donnerstag weiter an. Die Feuerwehr war in der Nacht mit einer Brandwache vor Ort, da in dem weitläufigen, teils einsturzgefährdeten Gelände weiterhin Glutnester vermutet werden. Die komplizierte Bausubstanz mit vielen Zwischendecken und Dämmmaterial erschwert die Löscharbeiten erheblich.
Das Feuer war bereits am Dienstagnachmittag ausgebrochen und sorgte stundenlang für eine massive Rauchentwicklung, die bis weit über die Stadtgrenzen hinaus sichtbar war. Bis zu 60 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen. Obwohl der Brand inzwischen unter Kontrolle ist, ist er noch nicht vollständig gelöscht, teilte Feuerwehrchef Torsten Hinschel mit.
Ein Abrissbagger soll jetzt helfen, schwer zugängliche Glutnester freizulegen. Die genaue Ursache des Feuers ist bislang ungeklärt. Die Kriminalpolizei ermittelt. Bisher gibt es keine Hinweise auf Verletzte. Aufgrund des Einsatzes bleibt die Greifswalder Straße zwischen Blumenschmidtstraße und Am Kühlhaus gesperrt.
Das brachliegende Gelände wird seit Jahren von wohnungslosen Menschen als Unterschlupf genutzt. Rund ein Dutzend Personen hielten sich laut Stadt auch zum Zeitpunkt des Feuers dort auf. Die Verwaltung hat Kontakt zu ihnen aufgenommen und ein Treffen für Donnerstag vereinbart.
Der Brand hat erhebliche persönliche Verluste für die Obdachlosen verursacht. Schlafsäcke, Kleidung und andere Habseligkeiten wurden zerstört. Die Caritas ruft deshalb zu Spenden auf – vor allem für Hygieneartikel, Kleidung und Isomatten. Die Organisation betreibt eine täglich frequentierte Suppenküche in der Regierungsstraße.
Langfristig ist für das Gelände eine umfassende Neuentwicklung geplant. Bis 2029 sollen hier Schulen, eine Turnhalle, eine Markthalle sowie Wohn- und Gewerberäume entstehen. Die Vorbereitungen für die Abrissarbeiten laufen bereits. Der Brand habe laut Umweltbehörde keine direkten Auswirkungen auf die dort lebenden Eidechsen.
