Förderbrücke F60 erfolgreich gesprengt

Foto: YouTube
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Im Tagebau Jänschwalde in Spree-Neiße ist am Donnerstag ein Stück Bergbaugeschichte zu Ende gegangen: Die Förderbrücke F60, weltweit eines von nur fünf Exemplaren dieser Art, wurde erfolgreich gesprengt. Die Sprengung markiert nicht nur das Ende der größten beweglichen Arbeitsmaschine der Welt, sondern auch einen emotionalen Moment für ehemalige Bergleute und die Region.

Die F60 war über 45 Jahre im Einsatz, 502 Meter lang, 204 Meter breit und 80 Meter hoch – von manchen wegen ihrer monumentalen Dimensionen auch als „liegender Eiffelturm“ bezeichnet. In dieser Zeit bewegte sie rund 3,5 Milliarden Kubikmeter Erde und förderte laut Betreiber Leag jährlich etwa 14 Millionen Tonnen Braunkohle.

Aufwendige Vorbereitung für ein einmaliges Ereignis

Die Sprengung war mehrere Jahre geplant und vorbereitet. Rund 66 Kilogramm Sprengstoff in Form von Schneidladungen wurden am Stahlkoloss angebracht, um den Stahl gezielt zu durchtrennen – unabhängig von Witterungseinflüssen. Für den Vorgang wurde ein weiträumiger Sperrkreis eingerichtet, Drohnenflüge über dem Gelände waren verboten.

Nach der Explosion müssen nun rund 13.000 Tonnen Stahl beseitigt und verschrottet werden. Diese Arbeiten sollen bis zum Herbst abgeschlossen sein. Seit 2023 wird der ehemalige Tagebau bereits renaturiert. Geplant sind drei Folgeseen sowie eine sogenannte Gigawatt-Factory, die künftig Strom aus Solar- und Windenergie erzeugen soll – ein Symbol für die Transformation der Lausitz zur nachhaltigen Energieregion.

Emotionaler Abschied für Bergleute

Für viele ehemalige Mitarbeiter war die Sprengung ein bewegender Moment. Katrin Lösche, die 18 Jahre auf der F60 gearbeitet hatte, beschrieb das Ende als „wie eine Grabstätte“ und blickt zugleich hoffnungsvoll in die Zukunft. Auch Karsten Möhring, der den ersten Abraum des Kohleflözes mit der F60 erlebt hatte, nahm die Sprengung mit Wehmut zur Kenntnis, betonte aber, dass das Ende eines Tagebaus ein normaler Teil des Bergbaus sei.

In der Betriebsgaststätte des Tagebaus tauschten sich ehemalige Kohlekumpel aus, erzählten Anekdoten und erinnerten sich an die Herausforderungen und Erfolge ihrer Arbeit.

Politische Würdigung

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) würdigte die Maschine und die Menschen, die mit ihr gearbeitet haben. „Die F60 hat maßgeblich zur Energieversorgung großer Teile Deutschlands beigetragen“, sagte Woidke. Er selbst habe die Förderbrücke seit Kindheitstagen begleitet und bezeichnete den Moment der Sprengung als „sehr emotional“. Abschließend dankte er der F60: „Du wirst lange in unserer Erinnerung bleiben.“

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