Eiskeller Oedeme wird Fledermaus-Winterquartier

Foto: Hansestadt Lüneburg
Foto: Hansestadt Lüneburg

Lüneburg. Ein alter Eiskeller im Lüneburger Stadtteil Oedeme bekommt eine neue Aufgabe: Die Hansestadt Lüneburg baut das historische Bauwerk zu einem geschützten Winterquartier für Fledermäuse um. Mit der Maßnahme entsteht ein wichtiger Lebensraum für die bedrohten Tiere, die in der kalten Jahreszeit auf spezielle Rückzugsorte angewiesen sind. Der Umbau soll noch im Sommer 2026 umgesetzt werden. Unterstützt wird das Projekt durch eine Förderung der Sparkasse Lüneburg. Die Kosten für die Anpassung des Eiskellers belaufen sich auf rund 10.000 Euro.

Schutzraum für heimische Fledermäuse entsteht

Fledermäuse benötigen für ihren Winterschlaf besondere Bedingungen: Die Quartiere müssen dunkel, ruhig, frostfrei und ausreichend feucht sein. Alte Keller, Stollen oder Bunkeranlagen bieten häufig genau diese Voraussetzungen. Der Eiskeller in Oedeme soll deshalb gezielt mit geeigneten Hangplätzen und Schlafnischen ausgestattet werden. Die heimischen Fledermausarten stehen in Niedersachsen unter besonderem Schutz. Viele Bestände sind durch den Verlust geeigneter Lebensräume gefährdet. Neue Winterquartiere können deshalb einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten.

Nähe zum Naturschutzgebiet bietet ideale Bedingungen

Der Standort des ehemaligen Eiskellers ist besonders günstig: Er liegt nahe dem Naturschutzgebiet „Hasenburger Bach“. Die dort vorhandenen Wiesen, Gewässer und Gehölzstrukturen bieten Fledermäusen wichtige Jagdgebiete und unterstützen den Erhalt der Populationen. Die Umgestaltung erfolgt in Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche. Neben der Gebäudewirtschaft und Grünplanung der Hansestadt Lüneburg begleitet auch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Lüneburg die Arbeiten.

Lüneburg setzt auf mehr Artenschutz im Stadtgebiet

Mit dem Projekt reiht sich der Eiskeller Oedeme in weitere Maßnahmen zum Schutz von Fledermäusen in der Region ein. Lüneburg verfügt bereits über bedeutende Fledermauslebensräume, darunter der Kalkberg, der als wichtiges Winterquartier für zahlreiche Tiere gilt. Die Stadt zeigt mit der Umnutzung des alten Bauwerks, wie historische Gebäude auch für ökologische Zwecke erhalten werden können. Aus einem ehemaligen Lagerraum entsteht damit ein geschützter Lebensraum für eine bedrohte Tiergruppe.

Fertigstellung noch im Sommer geplant

Nach Abschluss der Arbeiten soll der Eiskeller rechtzeitig für die nächste Überwinterungssaison bereitstehen. Die Fertigstellung ist für Mitte August 2026 vorgesehen. Damit könnte der neue Rückzugsort bereits in den kommenden Monaten von Fledermäusen angenommen werden.

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