Einsturzgefahr: Harzer Kirchen bleiben geschlossen

Foto: pixabay.com/Manfred Richter
Foto: pixabay.com/Manfred Richter

Herzberg/Bad Lauterberg. Gleich zwei Gotteshäuser im Kirchenkreis Harzer Land müssen vorerst ihre Türen schließen: Die Christuskirche in Herzberg und die Pauluskirche in Bad Lauterberg bleiben bis auf Weiteres gesperrt. Grund sind potenziell instabile Dachkonstruktionen – eine Vorsichtsmaßnahme, um einen möglichen Einsturz wie bei der St.-Elisabeth-Kirche in Kassel zu verhindern.

Wie der Kirchenkreis mitteilt, wurden bei Untersuchungen gravierende Risiken festgestellt. Beide Kirchen besitzen Dachträger, die in den 1960er-Jahren mit Leimverbindungen gefertigt wurden. Diese könnten nach Jahrzehnten durch chemische Prozesse geschwächt sein. „Von außen ist nichts zu erkennen, aber wir können die Tragfähigkeit nicht garantieren“, erklärte Johannes Sigmann vom Amt für Bau- und Kunstpflege Hildesheim.

Superintendentin Ulrike Schimmelpfeng betonte, dass die Sicherheit oberste Priorität habe: „Das Risiko ist zu groß, um dort derzeit Veranstaltungen abzuhalten.“ Nun sollen Fachgutachten eingeholt und Sanierungskonzepte entwickelt werden.

Die Gemeinden trifft die Schließung hart – insbesondere in der Vorweihnachtszeit. Geplante Gottesdienste und Veranstaltungen, darunter ein Jugendgottesdienst und ein Chorkonzert, müssen in andere Räume verlegt werden. Unterstützung kommt von benachbarten Kirchengemeinden und der katholischen St.-Josef-Kirche, die ihre Türen für einige Termine öffnet.

Wie lange die Sperrung bestehen bleibt, ist unklar. „Es kann Wochen, aber auch Monate dauern“, so Kirchenkreissprecher Christian Dolle. Der Zusammenhalt in der Region sei jedoch groß – ein Lichtblick in der schwierigen Situation.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert