Bremens „Lost Place“: ehemalige JVA im Blockland

Foto: EFRE
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Bremen. Mitten im idyllischen Bremer Blockland, umgeben von weitläufigen Wiesen und Wasserläufen, liegt ein Ort, der noch bis in die 2000er Jahre für Disziplin und Gefangenschaft stand – heute jedoch zunehmend verfällt: die ehemalige Jugend-Justizvollzugsanstalt (JVA) an der Carl-Krohne-Straße. Seit ihrer Schließung im Jahr 2004 hat sich das Gelände zu einem der markantesten Lost Places in Bremen entwickelt.

Errichtet 1966, diente die JVA Blockland als moderne Jugendstrafanstalt mit 260 Haftplätzen. Sie war Teil einer Reformbewegung im Jugendstrafvollzug, die auf Resozialisierung und Bildung setzte. Doch mit der Zeit änderten sich die Konzepte, und die Zahl der Inhaftierten nahm ab. 2004 wurden die letzten Jugendlichen nach Oslebshausen verlegt und die Anstalt geschlossen.

Festival, Unterbringung, soziales Zentrum? Zukunft ungewiss

Seit der Schließung steht das Gelände leer. Pläne für eine Nachnutzung gab es viele: ein Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, ein Festivalgelände oder ein Zentrum für soziale Projekte. Doch bis heute wurde keine dieser Ideen umgesetzt. Die Gebäude sind marode, teilweise mit Asbest belastet und die Infrastruktur veraltet. Eine Machbarkeitsstudie für ein Festivalgelände, erstellt vom Hannoveraner Unternehmen Endboss, wurde mittlerweile verworfen.

Trotz oder gerade wegen des Verfalls zieht der Ort Fotografen, sogenannte Urban Explorer und Neugierige an. Die verrosteten Gitter, überwucherten Wege und verblassten Graffitis erzählen Geschichten von einer Zeit, die längst vergangen ist. Der Charme des Verlassenen macht die ehemalige JVA bis heute zu einem faszinierenden Lost Place.

Was aus dem Areal wird? Ungewiss. Während einige auf eine kulturelle oder soziale Nutzung hoffen, stehen dem rechtliche und bauliche Hürden entgegen. Zu marode sind viele Gebäude, zu hoch offenbar die Kosten, um wieder Leben auf dem Gelände einziehen zu lassen.

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