Baustelle „Alte Maschinenhalle“ läuft mit Sonnenstrom

Foto: Stadt Oldenburg
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Oldenburg. Die Sanierung der Alten Maschinenhalle am Pferdemarkt in Oldenburg schreitet sichtbar voran – und setzt dabei Maßstäbe für klimafreundliches Bauen im historischen Kontext. Die denkmalgeschützte Kulturhalle erhält nicht nur eine rundum erneuerte Fassade, sondern auch eine farblich angepasste Photovoltaik-Anlage. Diese sorgt künftig für umweltfreundlichen Strom – ganz im Einklang mit dem gelebten Denkmalschutz.

Kalkmörtel und Solarzellen – Alt und Neu im Einklang

Ein Blick auf die Halle zeigt: Hier wurde mit Feingefühl gearbeitet. Die Fugen wurden mit historischem Kalkmörtel saniert, ohne den „ehrlichen“ Charakter des alten Gemäuers zu verlieren. Gleichzeitig erzeugt nun eine auf das Dachbild abgestimmte Solaranlage grünen Strom – ermöglicht durch eine Gesetzesänderung im niedersächsischen Denkmalschutzrecht.

„Die Stadt beweist mit diesem Projekt, dass Klimaschutz und Denkmalschutz kein Widerspruch sind“, betont Stadtrat Holger Denckmann. Die Photovoltaikanlage fügt sich harmonisch in die Dachlandschaft ein und speist ihre Erträge in einen Batteriespeicher mit 20 Kilowattstunden Kapazität – genug, um den Abendbetrieb in der Halle klimafreundlich zu decken.

Energiekonzept mit Vorbildcharakter

Die Alte Maschinenhalle soll künftig nach dem ambitionierten KfW-Standard EG70EE betrieben werden. Das bedeutet: Der Primärenergieverbrauch liegt bei lediglich 44 Prozent eines vergleichbaren Denkmalgebäudes. Dank Wärmepumpe und Solartechnik erreicht das Gebäude im Betrieb rechnerisch Klimaneutralität – jährlich werden rund zehn Tonnen CO₂ eingespart.

Auch bei den eingesetzten Materialien wird auf Nachhaltigkeit geachtet: Wo immer möglich, bleibt die originale Bausubstanz erhalten, neue Bauteile bestehen aus Materialien mit möglichst geringer grauer Energie. Der rauhe, industrielle Charme der Halle bleibt dabei bewusst bestehen – sehr zur Freude der vielen Kulturschaffenden, die den Ort bereits vor der Sanierung kreativ genutzt haben.

Wiedereröffnung 2026 geplant – starke Förderpartnerschaft

Die Modernisierung wird von Bund, KfW, der Niedersächsischen Sparkassenstiftung sowie der Landessparkasse zu Oldenburg finanziell gefördert. Bis zur geplanten Wiedereröffnung im Jahr 2026 bleibt die Baustelle ein Sonnenkraftwerk – und ein starkes Zeichen für zukunftsfähiges Bauen in historischer Substanz.

Ein Ort mit Geschichte und Zukunft

Die 1898 errichtete Halle diente einst als Maschinenschlosserei, später als Lager und Markt. In der Stadt ist sie bis heute unter dem Namen „Mohrmannhalle“ bekannt. Seit 2018 wird sie vom Kulturbüro der Stadt verwaltet und als vielseitiger Veranstaltungsort genutzt – von Konzerten über Ausstellungen bis hin zu Urban Gardening.

Mit der Sanierung bekommt die Alte Maschinenhalle nicht nur ein energetisches Update, sondern wird zugleich in ihrer kulturellen Bedeutung weiter gestärkt – als Ort der Begegnung, des kreativen Austauschs und als Symbol einer klimabewussten Stadtentwicklung.

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