200-Meter-Schornstein in Frimmersdorf gesprengt

Foto: YouTube
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Grevenbroich. Ein markantes Relikt der deutschen Braunkohleindustrie ist Geschichte: RWE hat am Samstag auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerks Frimmersdorf in Grevenbroich einen rund 200 Meter hohen Schornstein kontrolliert gesprengt. Die Sprengung erfolgte planmäßig um 11 Uhr. Rund 14.000 Tonnen Bauschutt bleiben zurück. Der Schornstein gehörte zu den beiden 300-Megawatt-Blöcken des Kraftwerksstandorts. Frimmersdorf war Anfang der 1970er-Jahre zeitweise das größte Braunkohlekraftwerk der Welt. Insgesamt prägten einst 36 Kühltürme das weitläufige Gelände am Tagebau Garzweiler. Mit der Sprengung verschwindet ein weiteres weithin sichtbares Wahrzeichen des ehemaligen Kraftwerks. Bereits zuvor war auf dem Gelände ein Kühlturm gesprengt worden.

14.000 Tonnen Schutt müssen beseitigt werden

Nach der kontrollierten Sprengung beginnt die eigentliche Arbeit erst: Die rund 14.000 Tonnen Material müssen zerkleinert, sortiert und abtransportiert werden. Für die Sprengung waren Sicherheitsbereiche eingerichtet und Verkehrswege vorübergehend gesperrt worden. RWE will den Rückbau des ehemaligen Kraftwerks nach derzeitiger Planung bis 2028 abschließen. Allerdings soll die Geschichte des Standorts nicht vollständig verschwinden. Einzelne Gebäude und Anlagenteile sollen als Zeugnisse der Industriegeschichte erhalten bleiben.

Gleichzeitig soll sich das Areal grundlegend verändern. Auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände sind Entwicklungen hin zu einem Digital- und Zukunftsstandort geplant. Der Abriss markiert damit nicht nur das Ende eines Braunkohlekraftwerks, sondern auch den sichtbaren Wandel einer ganzen Industrieregion.

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