Der Rangierbahnhof Duisburg-Ruhrort Hafen entstand als wichtiger Bestandteil des Duisburger Güterverkehrsnetzes. Seine Lage zwischen Ruhrgebiet, Rhein und dem Duisburger Hafen machte ihn zu einem bedeutenden Umschlag- und Rangierstandort. Besonders der Transport von Kohle und Industriegütern prägte den Betrieb.

Dampfloks zwischen Hafen und Industrie
Zum Bahnbetriebswerk gehörte unter anderem ein großer Ringlokschuppen mit 24 Lokständen und einer 16 Meter großen Drehscheibe. Noch bis in die Mitte der 1970er-Jahre waren hier Dampflokomotiven der Baureihen 44 und 50 im Einsatz – schwere Maschinen, die vor allem den Güterverkehr bewältigten.


Der Niedergang
Mit dem Ende der Dampflokzeit und dem Strukturwandel im Güterverkehr verlor der Standort zunehmend an Bedeutung. Die umfangreichen Gleisanlagen wurden reduziert, Teile des Bahnbetriebswerks verschwanden. Der einstige Eisenbahnbetrieb hinterließ damit zunehmend eine industrielle Brache.

Abriss statt Erhalt
Besonders bitter: Selbst historische Relikte wurden nicht konsequent gesichert. Der markante Wasserturm des Rangierbahnhofs wurde 1992 abgerissen. Auch ein erhaltenes Stellwerk wurde später baulich verändert. Zurück blieben überwucherte Gleise und nur wenige Spuren der einstigen Eisenbahninfrastruktur.

Ein Stück Ruhrorter Eisenbahngeschichte verschwindet
Der Rangierbahnhof Duisburg-Ruhrort Hafen steht exemplarisch für den Wandel der Montanregion. Wo einst Dampflokomotiven schwere Güterzüge über ein dichtes Gleisnetz bewegten, kämpfen heute nur noch wenige Relikte gegen das Vergessen. Die industrielle Vergangenheit Duisburgs ist hier nicht spektakulär verschwunden – sie wurde Stück für Stück abgeräumt.
