Die Geschichte des Duisburger Güterbahnhofs reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Ab 1864 entstanden auf dem rund 35 Hektar großen Areal umfangreiche Eisenbahnanlagen mit Güterschuppen, Lokschuppen und weiteren Betriebsgebäuden. Mit dem Wachstum der Duisburger Industrie wurde der Standort immer stärker für Güterverkehr und Rangierbetrieb genutzt.

Kohle, Stahl und Güterzüge
Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde das Gelände massiv ausgebaut. Umladehallen, Ladestraßen, Rangiergleise und Lagerflächen prägten das Areal. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die frühere industrielle Nutzung weitgehend verschwunden – der Güterbahnhof hatte sich zu einem reinen Bahngelände entwickelt.



Jahrzehntelanger Stillstand
Mit dem Niedergang des klassischen Güterverkehrs verlor auch der Duisburger Güterbahnhof seine Funktion. Die Anlagen wurden stillgelegt, Gleise zurückgebaut und die historischen Hallen blieben leer. Aus dem einst wichtigen Verkehrsknoten wurde mitten in Duisburg eine riesige Brachfläche.

Weltweit bekannt durch die Loveparade
Am 24. Juli 2010 rückte das Gelände plötzlich ins Zentrum der Weltöffentlichkeit. Auf dem ehemaligen Güterbahnhof fand die Loveparade statt. In dem Gedränge an der Karl-Lehr-Straße starben 21 Menschen, mehr als 650 wurden verletzt. Das ehemalige Bahngelände wurde damit zu einem Ort, der neben seiner Industriegeschichte auch untrennbar mit einer der schwersten Veranstaltungskatastrophen Deutschlands verbunden ist.




Abriss statt Lost-Place-Romantik
Lange standen Teile der historischen Güterhallen und Bahnstrukturen noch leer. 2020 begann schließlich der Abriss der ehemaligen Hallen. Damit verschwand ein weiterer großer Teil der sichtbaren Eisenbahngeschichte.

Duisburger Dünen statt Güterzüge
Heute geht es um die komplette Neuordnung der innerstädtischen Fläche. Aus dem ehemaligen Güterbahnhof soll ein neues Stadtquartier entstehen. Unter dem Namen „Duisburger Dünen“ wird eine rund 30 Hektar große Brachfläche südlich des Hauptbahnhofs entwickelt. Wo einst Güterzüge rangierten, soll künftig ein neues Stück Stadt entstehen.
Bildmaterial von 2011 und 2014
