Güterbahnhof Ahlen

Mit dem Anschluss Ahlens an die Köln-Mindener Eisenbahn 1847 begann auch der Aufstieg des Güterverkehrs. Im Zuge des späteren Ausbaus wurde der Güterbahnhof aus dem unmittelbaren Umfeld des Personenbahnhofs in die östliche Feldmark verlegt. Der Standort entwickelte sich zu einem wichtigen Umschlagplatz für Wagenladungen und die wachsende Industrie der Stadt.

Kohle auf der Schiene

Eine besondere Bedeutung erhielt der Güterbahnhof durch die Zeche Westfalen. Seit 1913 verband eine werkseigene Zechenbahn das Bergwerk mit dem Ahlener Güterbahnhof. Von hier wurde die Kohle weitertransportiert. Später führte die Zechenbahn bis zum Datteln-Hamm-Kanal und ermöglichte dort den Umschlag auf Schiffe.

Das Ende des Güterverkehrs

Mit dem Strukturwandel verlor die Eisenbahn jedoch zunehmend ihre Bedeutung für den Güterumschlag. Die weitläufigen Anlagen wurden nicht mehr benötigt, Gebäude verfielen und das Gelände lag schließlich brach. Anfang 2013 wurden die verbliebenen Gebäude des ehemaligen Güterbahnhofs abgebrochen – teilweise unter besonderen Umständen, denn bei den Arbeiten wurde auch eine Bombe gefunden.

Vom Lost Place zur neuen Nutzung

Heute erinnert kaum noch etwas an den einstigen Güterbahnhof. Teile des Areals wurden inzwischen neu genutzt. Besonders markant ist der neue Standort der Ahlener Umweltbetriebe: Auf mehr als 41.000 Quadratmetern entstand ein moderner Baubetriebshof mit Verwaltungsgebäude, Werkstätten, Fahrzeughallen, Lagerflächen und weiteren Betriebsanlagen.

Eisenbahngeschichte verschwindet

Der ehemalige Güterbahnhof steht damit exemplarisch für den Wandel Ahlens. Was einst für Kohle, Industrie und wirtschaftlichen Aufschwung stand, ist heute weitgehend verschwunden. Übrig bleiben historische Spuren, alte Bahntrassen und die Erinnerung an einen Ort, an dem die industrielle Geschichte der Stadt über Jahrzehnte auf Schienen geschrieben wurde.

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