Gießerei Basse & Selve

Am Schwarzenstein in Altena entstand im 19. Jahrhundert eines der bedeutendsten Unternehmen der deutschen Nichteisenmetallindustrie. Basse & Selve wurde 1861 von Carl Basse und Hermann Dietrich Selve zunächst in Werdohl-Bärenstein gegründet. 1869 verlegte das Unternehmen seinen Schwerpunkt nach Altena, wo ein stillgelegtes Werk am Schwarzenstein übernommen und weiter ausgebaut wurde. Das Unternehmen entwickelte sich rasch weiter. Neben Messing wurden unter anderem Nickel, Neusilber und später Aluminium verarbeitet. Besonders die Herstellung von Münzrohlingen und Patronenhülsen sorgte für einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung. Basse & Selve gehörte schließlich zu den führenden deutschen Produzenten der Nichteisenmetallindustrie.

Mit der zunehmenden Bedeutung des Aluminiumgusses wurden in Altena auch Bauteile für den Fahrzeug-, Motorboot- und Luftschiffbau gefertigt. Das Unternehmen beschäftigte zeitweise mehrere tausend Menschen und prägte die industrielle Entwicklung der Stadt nachhaltig.

Die Gießerei am Schwarzenstein

Für die Erweiterung der Produktion reichte das Gelände am Lenneufer schließlich nicht mehr aus. 1913 entstand deshalb auf der gegenüberliegenden Flussseite eine große Aluminium-Tiegel-Gießerei. Beide Werksteile wurden durch eine überdachte Werksbrücke über die Lenne miteinander verbunden.

Die Brücke von 1913 ist heute das letzte erhaltene bauliche Zeugnis des ehemaligen Werkskomplexes am Schwarzenstein. Aufgrund ihrer seltenen Konstruktion mit Vierendeel-Trägern wurde sie 2025 in die Denkmalliste aufgenommen.

1980 endet die industrielle Nutzung

Nach mehreren Umstrukturierungen ging Basse & Selve schließlich in größeren Unternehmensverbänden auf. In den 1930er-Jahren entstand daraus unter anderem die Vereinigte Deutsche Metallwerke AG (VDM). Die Produktion am traditionsreichen Standort in Altena wurde 1980 endgültig eingestellt.

Danach begann der schleichende Verfall der ehemaligen Fabrikanlagen. Leerstehende Hallen und überwucherte Gebäudereste machten den Schwarzenstein über Jahre zu einem markanten Lost Place der Altenaer Industriegeschichte.

Stadt übernimmt das Areal

Die Stadt Altena erwarb das Gelände 2017 und leitete damit eine neue Phase für die Industriebrache ein. Ein großer Teil der alten Bausubstanz war zu diesem Zeitpunkt bereits stark beschädigt. Heute erinnert vor allem die denkmalgeschützte Werksbrücke an den einst riesigen Fabrikkomplex.

Die Geschichte von Basse & Selve bleibt dennoch eng mit Altena verbunden: Aus einem kleinen Messingwerk entwickelte sich hier ein international bedeutender Metallkonzern, der die Stadt über mehr als ein Jahrhundert wirtschaftlich und städtebaulich prägte.

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