Siemens-Villa wird zwangsversteigert

Potsdam. Ein Stück Industrie- und Architekturgeschichte kommt unter den Hammer: Am Donnerstag, 4. September, wird die denkmalgeschützte Siemens-Villa am Potsdamer Lehnitzsee zwangsversteigert. Der Verkehrswert des rund 100.000 Quadratmeter großen Anwesens liegt bei etwa 27 Millionen Euro.

„Das ist kein alltäglicher Fall“, betont Haiko Türk vom Landesamt für Denkmalpflege. Die Villa sei nicht nur aufgrund ihrer Größe, sondern auch wegen der einmaligen Lage auf einer Landzunge im Lehnitzsee von herausragender Bedeutung.

Das Haupthaus wurde 1910 vom renommierten Architekten Otto March für Carl Friedrich Siemens, Sohn des Firmengründers Werner von Siemens, entworfen. Ursprünglich diente es als Wohn- und Repräsentationshaus. Nach 1945 nutzte die Sowjetarmee das Anwesen als Lazarett, später wurde dort eine Lungenheilanstalt eingerichtet.

Nach der Wiedervereinigung erhielt die Familie Siemens das Areal zurück und überließ es zeitweise einer Klinik und einer Schule. Später wurde es verkauft – seitdem steht die Villa leer. Eine geplante Sanierung scheiterte kürzlich.

Über die Hintergründe des Zwangsversteigerungsverfahrens schweigt das Amtsgericht Potsdam. „Details sind nicht öffentlich“, erklärte ein Sprecher.

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