Eisenach. Bei der Dachbodenräumung stieß Anika Biedermann auf einen historischen Fund: Die Unterlagen des ehemaligen Granit- und Marmorwerks Walter Conradus aus den Jahren 1901 bis 1944 übergab sie an das Stadtarchiv Eisenach. Die Dokumente umfassen Auftragsbücher, Kundenkarteien, Lieferantenakten, Kalkulationen sowie Belege für Auslagen und Spesen und bieten nun der Öffentlichkeit wertvolle Einblicke in die Eisenacher Wirtschaftsgeschichte.
Das 1879 gegründete Unternehmen entwickelte sich zu einer der größten Granitschleifereien Deutschlands und fertigte Rohlinge und Grabdenkmäler aus importierten Graniten, unter anderem aus Schweden, Norwegen, der Schweiz und Bayern. Nach dem Tod des Gründers führten seine Söhne, später seine Witwe Hedwig Conradus, das Werk erfolgreich durch wirtschaftlich und politisch turbulente Zeiten.
Besonders aufschlussreich sind die Kundenkartei und die Auftragsbücher von 1938 bis 1942, die detaillierte Informationen zu Auftraggebern, Material, Gestaltung und Preisen enthalten. Anne Groke vom Stadtarchiv betont, dass die Unterlagen nicht nur für die Firmengeschichte, sondern auch für wirtschafts- und sozialhistorische Forschungen von großer Bedeutung sind.
Das Stadtarchiv dankt Anika Biedermann ausdrücklich für die Sicherung dieser wertvollen Zeugnisse der Eisenacher Handwerks- und Industriegeschichte.
