Historische Drehscheibe weicht moderner Bahnwerkstatt

Kiel. Im Bahnbetriebswerk am Kieler Hauptbahnhof wird eine historische Drehscheibe abgerissen. Die 1881 entstandene Anlage diente einst dazu, Dampflokomotiven zu drehen und auf die Gleise der Lokschuppen auszurichten. Nun muss das technische Relikt einem Ausbau des DB-Regio-Werks weichen.

Am Standort soll ein moderner Wartungskomplex für Elektrotriebzüge entstehen. Geplant sind neue Hallen, Werkstattbereiche und zusätzliche Abstellgleise. Der Ausbau hängt mit dem Einsatz neuer Coradia-Max-Züge in Schleswig-Holstein zusammen. Damit setzt die Bahn auf leistungsfähige Wartungsinfrastruktur – auf Kosten eines historischen Zeugnisses der Eisenbahntechnik.

Die Drehscheibe steht für eine Zeit, in der Dampflokomotiven den Bahnbetrieb prägten. Ihr Abriss verdeutlicht den Wandel der Eisenbahninfrastruktur: Moderne Fahrzeuge und neue Wartungsanforderungen bestimmen zunehmend die Nutzung historischer Bahnstandorte. Auch der benachbarte Ringlokschuppen könnte nach bisherigen Planungen dem Ausbau zum Opfer fallen.

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