Hinterhaus an der Holstenstraße abgerissen

Hamburg. In Hamburg-Altona ist der Abriss eines einsturzgefährdeten Mehrfamilienhauses an der Holstenstraße 195/197 angelaufen. Am Dienstag wurde der hintere Teil des fünfgeschossigen Altbaus aus dem Jahr 1894 mit einem Bagger abgetragen. Zuvor hatten Statiker festgestellt, dass die Gebäudekonstruktion nicht mehr ausreichend gesichert werden konnte. Durch das Gebäude zogen sich inzwischen massive Risse, die sich offenbar weiter vergrößert hatten. Eine erneute Prüfung ergab, dass eine Abstützung des Hinterhauses nicht mehr möglich war. Auch angrenzende Gebäude wurden vorsorglich geräumt, da bei einem möglichen Einsturz erhebliche Schäden an den Nachbarhäusern befürchtet wurden.

Besonders dramatisch ist die Situation für die Mieter. Viele mussten ihre Wohnungen bereits vor rund zwei Wochen kurzfristig verlassen und konnten anschließend nicht mehr zurückkehren. Ein Versuch, persönliche Gegenstände aus dem gefährdeten Gebäudeteil zu bergen, scheiterte aus Sicherheitsgründen. Kleidung, Spielzeug und Haushaltsgegenstände gingen beim Abriss mit dem Gebäudeteil verloren. Nach dem Abriss untersuchten Statiker den verbliebenen vorderen Gebäudeteil. Ob dieser erhalten werden kann, soll im weiteren Verfahren geklärt werden. Der Bezirk Altona hofft zugleich auf einen Wiederaufbau des Hinterhauses, damit die betroffenen Bewohner perspektivisch in ihre Wohnungen zurückkehren können.

Die betroffenen Mieter machen dem Eigentümer Vorwürfe wegen des Zustands des Altbaus. Dessen Anwalt weist diese zurück. Der Verein „Mieter helfen Mietern“ fordert unterdessen, dass der Eigentümer für entstandene Schäden aufkommt und schnellstmöglich für eine Wiederherstellung des Gebäudes sorgt. Die Abrissarbeiten haben zudem Auswirkungen auf den Verkehr in Altona. Zwei Fahrspuren der Holstenstraße bleiben gesperrt. Dadurch muss sich der Verkehr auf jeweils einer Spur pro Richtung bewegen – zusätzlich belastet durch den Umleitungsverkehr der gesperrten Stresemannstraße.

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