Feuer in früherer Stasi-Zentrale

Leipzig. Ein Brand in der ehemaligen Bezirksverwaltung der Staatssicherheit hat am Samstagabend das Leipziger Zentrum in Atem gehalten. Gegen 19 Uhr meldeten Anwohner dichten Rauch aus dem historischen Gebäudekomplex in der Großen Fleischergasse. In dem Areal befinden sich heute unter anderem die Gedenkstätte „Museum in der Runden Ecke“ sowie das Schulmuseum. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an.

Nach Angaben von Einsatzleiter Torsten Kolbe brach das Feuer im zweiten Untergeschoss des Gebäudes aus, in einem alten, bunkerartigen Bereich. Dort entwickelte sich rasch starke Hitze und dichter Rauch, der sich aufgrund der verwinkelten und teilweise unterirdisch verbundenen Gebäudestruktur weit ausbreitete. Die Situation machte ein schnelles und koordiniertes Vorgehen der Einsatzkräfte erforderlich.

Da das Gebäude zum Zeitpunkt des Brandausbruchs verschlossen war, verschaffte sich die Feuerwehr gewaltsam Zugang. Mehrere Trupps gingen unter Atemschutz in den Komplex vor. Die Löschwasserversorgung wurde unter anderem über den Eingang des Schulmuseums sichergestellt, von dort aus verlegten die Einsatzkräfte Schläuche in die betroffenen Gebäudeteile.

Die komplizierte Bauweise des früheren Stasi-Komplexes erschwerte die Löscharbeiten erheblich. Rauch breitete sich über mehrere Ebenen aus, sodass auch angrenzende Bereiche in Mitleidenschaft gezogen wurden. Nach ersten Erkenntnissen sind Teile der Gedenkstätte sowie des Schulmuseums vom Brandrauch betroffen. Das genaue Ausmaß möglicher Schäden ist derzeit noch unklar.

Insgesamt waren rund 70 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr sowie mehrerer Freiwilliger Feuerwehren aus dem gesamten Stadtgebiet im Einsatz. Gegen 21 Uhr konnte die Feuerwehr schließlich „Feuer aus“ melden. Anschließend begannen umfangreiche Belüftungsmaßnahmen, die sich bis in die späten Nachtstunden hinzogen, um den Rauch aus den unterirdischen Räumen zu entfernen.

Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand. Unklar ist bislang, was genau in dem Bunkerbereich in Brand geraten ist und wie es zu dem Feuer kommen konnte. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Angaben zur Höhe des Sachschadens lagen zunächst nicht vor.

Der Brandort hat besondere historische Bedeutung: Die ehemalige Stasi-Zentrale gilt als zentraler Erinnerungsort an die DDR-Geheimpolizei. Umso größer ist die Sorge, dass das Feuer bleibende Schäden an sensiblen Ausstellungs- und Archivbereichen verursacht haben könnte. Eine genauere Einschätzung wird erst nach Abschluss der Untersuchungen möglich sein.

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