Berlin. In Berlin-Dahlem ist das Ende des traditionsreichen Restaurants „Luise“ endgültig besiegelt. Nach der Schließung Ende 2025 haben die Abrissarbeiten auf dem Gelände an der Königin-Luise-Straße begonnen. Der jüngere Restaurantanbau, in dem sich unter anderem Küchen- und Sanitärbereiche befanden, wird zurückgebaut. An seiner Stelle sollen zwei Stadtvillen mit Eigentumswohnungen entstehen.
Die aktuellen Pläne sehen acht Eigentumswohnungen in zwei Neubauten vor. Ursprünglich waren neun Wohnungen vorgesehen. Weil eine alte Kastanie auf dem Grundstück erhalten bleiben soll, musste eines der Gebäude verkleinert werden. Die Wohnflächen sollen zwischen 105 und 322 Quadratmetern liegen. Eine gemeinsame Tiefgarage ist ebenfalls geplant. Die Fertigstellung ist derzeit für Mai 2028 vorgesehen. Das markante weiße Vorderhaus soll bestehen bleiben. Eine Rückkehr der Gastronomie ist allerdings nicht mehr vorgesehen. Statt eines Cafés oder Bistros könnten dort künftig Gewerberäume, etwa für eine Arztpraxis, eingerichtet werden. Damit verschwindet der bekannte Biergarten, während das historische Hauptgebäude eine neue Funktion erhalten soll.
Die Entwicklung des Luise-Geländes steht beispielhaft für den Wandel gewachsener Stadtquartiere: Ein beliebter Treffpunkt verschwindet, um Platz für privaten Wohnraum zu schaffen. Die Neubauten sollen mit Gründächern, Solarmodulen und geplanter Geothermie ausgestattet werden. Für viele Menschen in Dahlem bleibt dennoch vor allem der Verlust eines traditionsreichen gastronomischen Ortes zurück.
