Dresden. Sie gehören seit mehr als zwei Jahrzehnten zum Erscheinungsbild der Prager Straße in Dresden: die vier runden Imbiss-Pavillons auf der zentralen Einkaufsmeile. Doch die Stadt will die kleinen Verkaufsgebäude loswerden. Die Mietverträge wurden gekündigt, bis Ende 2026 sollen die Pavillons verschwinden. Den Rückbau müssten die Betreiber selbst bezahlen. Gegen diesen Plan regt sich nun politischer Widerstand.
Die Verwaltung begründet ihre Entscheidung unter anderem mit der Gestaltung des öffentlichen Raums. Die Pavillons seien zu klein, böten keinen ausreichenden Platz für Müllbehälter und beeinträchtigten nach Einschätzung der Stadt die Übersichtlichkeit und Sicherheit auf der Fußgängerzone. Zudem habe sich das gastronomische Angebot seit der Errichtung der Buden verändert: Imbissmöglichkeiten seien inzwischen auch an anderen Standorten entlang der Prager Straße vorhanden.
Der geplante Abriss stößt nicht nur bei den Betreibern auf Widerstand. Auch politisch wird versucht, den Rückbau zumindest aufzuschieben. Ein Eilantrag soll Zeit für eine erneute Prüfung und mögliche Alternativen schaffen. Für die Betreiber steht dabei nicht nur der Standort, sondern auch ihre wirtschaftliche Zukunft auf dem Spiel. Eine Ersatzfläche oder eine andere Lösung ist bislang nicht vorgesehen.
Die Pavillons sind keine historischen Baudenkmäler im klassischen Sinn. Dennoch haben sie sich über Jahre zu einem vertrauten Bestandteil des Dresdner Stadtlebens entwickelt. Der Konflikt wirft damit eine grundsätzliche Frage auf: Muss alles verschwinden, was nicht mehr den aktuellen Vorstellungen einer modernen Einkaufsmeile entspricht? Eine nachvollziehbare Stadtgestaltung ist wichtig – doch bevor gewachsene Nutzungen beseitigt werden, sollte geprüft werden, ob sich die behaupteten Probleme nicht auch mit einem tragfähigen Kompromiss lösen lassen.
