Neubrandenburg. Das denkmalgeschützte Amtshaus Broda in Neubrandenburg steht erneut zum Verkauf. Nachdem sich beim ersten Verkaufsaufruf kein Käufer gefunden hatte, starten die Neubrandenburger Stadtwerke (neu.sw) ein neues Verfahren. Im Mittelpunkt steht diesmal die Veräußerung des Erbbaurechts an dem historischen Gebäude – eine Chance für einen Neuanfang, aber auch eine Herausforderung für den künftigen Betreiber.
Das Backsteingebäude aus dem 19. Jahrhundert gehört zu den ältesten Bauwerken Neubrandenburgs. Es wurde auf den Fundamenten eines Klosters aus dem 12. Jahrhundert errichtet. Im Untergeschoss ist bis heute ein historisches Kreuzrippengewölbe erhalten. Eine umfassende Sanierung erfolgte 2003 und 2004 in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde. Die Lage am Tollensesee, in der Nähe von Strandbad, Wald und Kulturpark, macht das Amtshaus auch touristisch interessant.
Das Erbbaurecht läuft noch 76 Jahre. Die Stadt Neubrandenburg bleibt Eigentümerin des Grundstücks und gibt das Nutzungsrecht am Gebäude und Gelände ab. Gesucht werden Interessenten mit einem tragfähigen, nachhaltigen Betreiber- und Nutzungskonzept. Die künftige Nutzung soll touristisch ausgerichtet sein; insbesondere das historische Kellergewölbe muss öffentlich oder zumindest halböffentlich zugänglich bleiben. Zudem müssen die denkmalrechtlichen Vorgaben eingehalten werden.
Ob das Amtshaus mit seinem historischen Erbe künftig wieder stärker ins öffentliche Leben eingebunden wird, hängt nun davon ab, ob sich ein überzeugendes Konzept und ein geeigneter Betreiber finden. Die Veräußerung benötigt außerdem die Zustimmung der Stadt und die Genehmigung der zuständigen Rechtsaufsichtsbehörde.
