Waldhof-Falkenstein. Gute Nachrichten für die Burgruine Falkenstein in der Südeifel: Der markante Kapellenturm soll restauriert werden. Für die dringend notwendige Neudeckung des Turmdachs mit Schiefer stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) 40.000 Euro bereit. Finanziert wird die Förderung aus Spenden und Mitteln der GlücksSpirale. Die Burgruine befindet sich auf einem langgezogenen Felssporn hoch über der Our. Die Anlage liegt unmittelbar an der Grenze zu Luxemburg und ist ungewöhnlich abgeschieden. Eine öffentliche Straße führt nicht bis zur Burg – erreichbar ist sie im Wesentlichen zu Fuß über Wanderwege. Die Ruine befindet sich zudem in Privatbesitz. Gerade diese abgeschiedene Lage macht den historischen Ort besonders reizvoll. Zwischen Felsen, Wald und der markanten Flussschleife haben sich Teile der mittelalterlichen Anlage erhalten.
Geschichte reicht weit zurück
Der Standort ist wesentlich älter als die heute sichtbare Burgruine. Münz- und Keramikfunde belegen, dass der Felssporn bereits in keltischer und römischer Zeit besiedelt war. Die mittelalterliche Burg ist spätestens seit dem 12. Jahrhundert urkundlich nachweisbar. Eine Urkunde des Klosters Echternach aus dem Jahr 1192 erwähnt die Anlage zusammen mit einer Kirche. Von der mittelalterlichen Burg haben sich unter anderem ein Ringmauerturm aus dem 14. Jahrhundert und Teile der Befestigungsanlagen erhalten.
Die heutige Kapelle entstand erst im 20. Jahrhundert
Auch die kleine Burgkapelle erzählt eine ungewöhnliche Geschichte. Der heutige Bau wurde zwischen 1930 und 1936 auf den mittelalterlichen Grundmauern einer ursprünglich romanischen Kapelle neu errichtet. Das dreischiffige Gotteshaus besitzt eine Chorapsis. Über der Apsis erhebt sich der Kapellenturm, dessen pyramidenförmiges Dach mit Schiefer gedeckt ist. Genau diese Dachkonstruktion steht nun im Mittelpunkt der Restaurierungsarbeiten.
Kleines Denkmal, große Geschichte
Die Burgruine Falkenstein ist ein Beispiel dafür, wie viel Geschichte selbst in einer vergleichsweise kleinen und abgelegenen Anlage stecken kann. Keltische und römische Spuren, eine mittelalterliche Burg, eine historische Kapelle und bauliche Ergänzungen des 19. und 20. Jahrhunderts überlagern sich auf engem Raum. Mit der Sanierung des Kapellenturms soll nun ein weiterer Teil dieses historischen Ensembles langfristig gesichert werden. Die Förderung ist dabei ein wichtiger Schritt: Noch bevor aus einem beschädigten Dach ein größerer Schaden am darunterliegenden historischen Bauwerk wird, soll gehandelt werden.
Rettung statt weiterer Verfall
Für die Burgruine bedeutet die Maßnahme mehr als eine neue Dacheindeckung. Sie verhindert, dass Feuchtigkeit und Witterung weiterhin ungebremst auf die historische Bausubstanz einwirken. Damit erhält Falkenstein eine Zukunftsperspektive – und ein bemerkenswertes Zeugnis der regionalen Geschichte bleibt über dem Ourtal erhalten.
