Legendärer Lost Place am Gardasee vor dem Ende

Foto: YouTube
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Am nördlichen Gardasee steht eine der bekanntesten Ruinen der Region vor einem tiefgreifenden Wandel. Die frühere Casa della Trota, besser bekannt als ehemaliges Hotel Ponale, soll nicht vollständig erhalten bleiben. Die Provinz Trient übernimmt das Areal an der Mündung des Ponale-Bachs für rund 2,3 Millionen Euro und verfolgt damit einen weitreichenden Plan. Der Gebäudekomplex liegt spektakulär zwischen Felswand und See. Über Jahre verfiel die Anlage und entwickelte sich zu einem markanten Lost Place am Gardasee. Nun soll ein Teil der Ruine abgetragen werden – während der historische Kern des Gebäudes erhalten bleiben soll.

Baufällige Anbauten werden abgerissen

Im Mittelpunkt der geplanten Neugestaltung stehen die später hinzugekommenen Gebäudeteile. Sie sind inzwischen stark sanierungsbedürftig und sollen entfernt werden. Der historische Gebäudekern aus dem 18. Jahrhundert bleibt dagegen bestehen und soll restauriert werden. Zusätzlich ist eine Sicherung der angrenzenden Felswand vorgesehen. Weitere Ruinen sollen beseitigt und der historische Zugang zwischen dem See und der Ponale-Route wiederhergestellt werden. Damit soll aus dem lange vernachlässigten Areal wieder ein zugänglicher Bestandteil der Landschaft werden.

Hotel Ponale wird Teil eines größeren Projekts

Der Ankauf steht in engem Zusammenhang mit der geplanten Ciclovia del Garda, der großen Radroute rund um den Gardasee. Durch die Übernahme des Grundstücks kann nach Angaben der Provinz auf einen ursprünglich geplanten und kostenintensiven Tunnelabschnitt verzichtet werden. Stattdessen ist ein etwa 300 Meter langer neuer Streckenabschnitt direkt am See vorgesehen. Ein erstes Teilstück der Radroute zwischen Riva del Garda und Torbole wurde bereits eröffnet. Weitere Arbeiten sollen nach dem Ende der Tourismussaison im Oktober beginnen.

Die Ponalestraße als historisches Bindeglied

Das Areal befindet sich an einem besonders geschichtsträchtigen Abschnitt des Gardasees. Die historische Ponalestraße wurde Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt und führt spektakulär oberhalb des Sees durch die Felslandschaft. Für den Autoverkehr ist die Strecke seit 1990 geschlossen. Seit 2004 können Wanderer und Radfahrer die historische Trasse wieder nutzen. Heute zählt sie zu den bekanntesten Ausflugszielen am Gardasee. Die Ruine des ehemaligen Hotels ist deshalb nicht isoliert zu betrachten. Sie steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschichte der Ponale, dem früheren Zugang ins Ledrotal und der touristischen Entwicklung des nördlichen Gardasees.

Lost-Place-Fans verlieren ein spektakuläres Motiv

Für die Lost-Place-Szene ist die Entwicklung allerdings eine schlechte Nachricht. Die Kombination aus verfallenem Hotel, steiler Felswand und unmittelbarer Lage am Wasser machte die Casa della Trota zu einem außergewöhnlichen Motiv. Der typische morbide Charakter des verlassenen Gebäudes dürfte künftig weitgehend verschwinden. Statt einer weitgehend ungenutzten Ruine soll dort ein gesicherter und öffentlich zugänglicher Bereich entstehen. Gleichzeitig bleibt mit dem historischen Kern ein Teil der ursprünglichen Bausubstanz erhalten. Der Abriss bedeutet deshalb nicht das vollständige Verschwinden des Ortes.

Aus dem Lost Place soll ein neuer Zugang zum Gardasee werden

Die Pläne verfolgen damit zwei Ziele: Einerseits soll eine baufällige und teilweise gefährliche Ruinenlandschaft beseitigt werden. Andererseits soll der historische Charakter des Standorts bewahrt und stärker für Besucher erschlossen werden. Für den Gardasee ist das Projekt damit ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie ehemalige Lost Places durch öffentliche Investitionen eine neue Funktion erhalten können. Die berühmte Hotelruine wird vermutlich verschwinden – zumindest in ihrer heutigen Form. Der historische Kern, die Ponale und die spektakuläre Lage am See sollen dagegen Bestandteil einer neu gestalteten Landschaft werden.

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