{"id":6280,"date":"2012-08-14T16:29:00","date_gmt":"2012-08-14T14:29:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/?p=6280"},"modified":"2026-08-14T16:37:02","modified_gmt":"2026-08-14T14:37:02","slug":"reichsbahnausbesserungswerk-magdeburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/lostplaces\/reichsbahnausbesserungswerk-magdeburg\/","title":{"rendered":"Reichsbahnausbesserungswerk Magdeburg"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk Magdeburg im Stadtteil Salbke geh\u00f6rt zu den eindrucksvollsten Zeugnissen der Eisenbahngeschichte der Landeshauptstadt. Fast ein Jahrhundert lang wurden auf dem weitl\u00e4ufigen Gel\u00e4nde Eisenbahnwagen repariert, Bauteile gefertigt und Fahrzeuge f\u00fcr den Einsatz auf Deutschlands Schienen vorbereitet. Zeitweise arbeiteten hier bis zu 4.000 Menschen. Heute stehen gro\u00dfe Teile des historischen Areals leer. Verfallene Werkhallen, alte technische Geb\u00e4ude und verbliebene Gleisanlagen erinnern an einen Betrieb, der einst das Leben im Magdeburger S\u00fcdosten pr\u00e4gte. Gleichzeitig gibt es Pl\u00e4ne, das ehemalige RAW-Gel\u00e4nde neu zu entwickeln und dabei Teile der historischen Bausubstanz einzubeziehen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg18.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6298\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg18.jpg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg18-300x201.jpg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg18-768x515.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die Anf\u00e4nge reichen bis ins 19. Jahrhundert zur\u00fcck<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte des sp\u00e4teren Reichsbahnausbesserungswerks beginnt im Zuge des rasanten Ausbaus der Eisenbahn. Magdeburg entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt. F\u00fcr die st\u00e4ndig wachsende Zahl an Lokomotiven und Wagen wurden leistungsf\u00e4hige Wartungs- und Reparaturwerkst\u00e4tten ben\u00f6tigt. Nachdem der preu\u00dfische Staat 1882 das Gel\u00e4nde der Magdeburg-Leipziger Eisenbahn \u00fcbernommen hatte, wurde zun\u00e4chst die Eisenbahn-Hauptwerkstatt in Buckau ausgebaut. Schon bald zeigte sich jedoch, dass zus\u00e4tzliche Kapazit\u00e4ten erforderlich waren. 1893 begann deshalb im damals noch selbstst\u00e4ndigen Salbke der Bau einer weiteren Eisenbahnreparaturwerkstatt. Die preu\u00dfische Eisenbahnverwaltung hatte daf\u00fcr rund 33 Hektar Ackerland zwischen der Bahnstrecke Magdeburg\u2013Halle und der damaligen Dorfstra\u00dfe erworben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg17.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6297\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg17.jpg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg17-300x201.jpg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg17-768x515.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>1895 nimmt die Werkstatt ihren Betrieb auf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach rund zweij\u00e4hriger Bauzeit nahm die neue Werkstatt am 1. Oktober 1895 ihren Betrieb auf. Aus der zun\u00e4chst als K\u00f6nigliche Eisenbahnhauptwerkstatt bezeichneten Anlage entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit ein bedeutender Industriebetrieb. Der neue Arbeitgeber ver\u00e4nderte Salbke nachhaltig. Aus dem landwirtschaftlich gepr\u00e4gten Dorf wurde zunehmend ein Industrieort. Die Zahl der Besch\u00e4ftigten stieg schnell: 1899 arbeiteten bereits rund 400 Menschen im Werk, 1912 waren es etwa 800. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg besch\u00e4ftigte der Betrieb sogar mehr als 1.000 Menschen. Die Eisenbahn wurde damit zum entscheidenden Motor der Entwicklung Salbkes.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg15.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6295\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg15.jpg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg15-300x201.jpg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg15-768x515.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Ein eigenes Viertel f\u00fcr die Eisenbahner<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der wachsende Betrieb ben\u00f6tigte nicht nur Werkhallen, sondern auch Wohnraum f\u00fcr seine Besch\u00e4ftigten. Rund um das Werk entstanden deshalb neue Wohngebiete. Besonders markant ist der zwischen 1904 und 1913 angelegte Freundschaftsweg mit seinen gleichartig gestalteten Doppelh\u00e4usern. Die Siedlung war Teil der Infrastruktur rund um den Eisenbahnbetrieb und sollte den Arbeitern und ihren Familien geeigneten Wohnraum bieten. Auch der Salbker Wasserturm steht unmittelbar mit der Geschichte des Werkes in Verbindung. Er wurde 1893\/94 im Auftrag der K\u00f6niglichen Eisenbahndirektion Berlin errichtet, um die nahe gelegene Eisenbahnhauptwerkstatt mit Wasser zu versorgen. Damit entstand rund um das RAW eine komplette Arbeits- und Lebenswelt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg13.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6293\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg13.jpg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg13-300x201.jpg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg13-768x515.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Vom Reparaturbetrieb zum Gro\u00dfstandort<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Aufgaben des Werkes wurden kontinuierlich erweitert. Neben G\u00fcterwagen wurden auch Spezialg\u00fcterwagen und Personenwagen bearbeitet. Mit der zunehmenden Industrialisierung des Eisenbahnverkehrs mussten die Werkst\u00e4tten immer gr\u00f6\u00dfere Mengen an Fahrzeugen bew\u00e4ltigen. 1910 entstand im s\u00fcdlichen Bereich des Gel\u00e4ndes eine eigene Weichenwerkstatt. Sp\u00e4ter kamen weitere spezialisierte Produktionsbereiche hinzu. Die verschiedenen Abteilungen machten das Werk zu einem komplexen technischen Gro\u00dfbetrieb. Die Arbeiten reichten von der eigentlichen Fahrzeugreparatur bis zur Fertigung und Aufarbeitung von Bauteilen. Schmiede, Dreherei, Lackiererei, Holzbearbeitung und weitere Fachbereiche waren f\u00fcr den t\u00e4glichen Betrieb erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg6.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6286\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg6.jpg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg6-300x201.jpg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg6-768x515.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Der Erste Weltkrieg bringt neue Aufgaben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Erste Weltkrieg ver\u00e4nderte auch den Arbeitsalltag im Salbker Eisenbahnwerk. Die Eisenbahn wurde zu einem unverzichtbaren Bestandteil der milit\u00e4rischen Logistik. Neben dem normalen Eisenbahnbetrieb mussten zus\u00e4tzliche Fahrzeuge und Ausr\u00fcstung f\u00fcr die Kriegswirtschaft bereitgestellt und instand gehalten werden. Der Krieg f\u00fchrte gleichzeitig zu einer hohen Belastung des Personals und der Produktionskapazit\u00e4ten. Die Bedeutung des Werkes als gro\u00dfer Eisenbahnbetrieb nahm weiter zu. Nach dem Ende des Krieges folgte allerdings zun\u00e4chst eine schwierige Phase.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg5.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6285\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg5.jpg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg5-300x201.jpg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg5-768x515.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Krise nach dem Ersten Weltkrieg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach 1918 geriet der Betrieb aufgrund der ver\u00e4nderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unter Druck. Im Januar 1920 wurde die Werkstatt wegen mangelnder Rentabilit\u00e4t zun\u00e4chst geschlossen. Die Besch\u00e4ftigten wehrten sich gegen die Stilllegung. Der Widerstand hatte Erfolg: Das Werk wurde wieder ge\u00f6ffnet. Allerdings ging die Wiederaufnahme des Betriebs mit erheblichen Einschnitten einher. Rund 600 Arbeitspl\u00e4tze entfielen, w\u00e4hrend die verbliebenen Mitarbeiter unter anderem mit Akkordarbeit konfrontiert wurden. Ab 1924 konzentrierte sich der Standort zunehmend auf die Reparatur von G\u00fcterwagen. Damit begann eine Spezialisierung, die das Werk f\u00fcr viele Jahrzehnte pr\u00e4gen sollte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg9.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6289\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg9.jpg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg9-300x201.jpg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg9-768x515.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Ausbau in der Zwischenkriegszeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den 1930er-Jahren wurde das Werk erneut erheblich erweitert. Ab 1935 entstanden eine Zentralschmiede und eine Zentraldreherei, die 1938 fertiggestellt wurden. Hier konnten die f\u00fcr die Reparatur der Eisenbahnwagen ben\u00f6tigten Ersatzteile direkt im Werk hergestellt werden. Die Deutsche Reichsbahn plante dar\u00fcber hinaus eine der neuen gro\u00dfen Zentralschmieden in Salbke. Es entstand eine rund 117,5 Meter lange und 24 Meter breite Schmiedehalle. Erg\u00e4nzt wurde sie durch weitere Werkst\u00e4tten f\u00fcr Gesenkbau und Materialbearbeitung. Das RAW entwickelte sich damit immer st\u00e4rker zu einem selbstst\u00e4ndigen Produktions- und Instandhaltungszentrum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Der Zweite Weltkrieg hinterl\u00e4sst schwere Sch\u00e4den<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs wurde das Werk erneut in die deutsche Kriegswirtschaft einbezogen. Die Eisenbahn hatte f\u00fcr den Transport von Truppen, Material und Rohstoffen eine zentrale Bedeutung. Die strategische Lage machte die Magdeburger Eisenbahnanlagen zugleich zu einem Angriffsziel. Bei den schweren Bombenangriffen auf Magdeburg 1944 und 1945 wurde das Eisenbahnwerk erheblich besch\u00e4digt. Nach Angaben der Stadt Magdeburg wurden bis zu 80 Prozent des Werksgel\u00e4ndes zerst\u00f6rt. Trotz der massiven Sch\u00e4den blieb das Werk nicht dauerhaft au\u00dfer Betrieb.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg8.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6288\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg8.jpg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg8-300x201.jpg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg8-768x515.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Neubeginn als volkseigener Betrieb<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Krieg wurde nur der Salbker Betrieb wieder aufgebaut und weitergef\u00fchrt. In der sowjetischen Besatzungszone und sp\u00e4ter in der DDR wurde das Werk zu einem volkseigenen Betrieb beziehungsweise Reichsbahnausbesserungswerk. Der Wiederaufbau war unter schwierigen Bedingungen eine enorme Aufgabe. Besch\u00e4digte Geb\u00e4ude mussten instand gesetzt, Maschinen repariert und die Produktion neu organisiert werden. Die Eisenbahn ben\u00f6tigte dringend funktionsf\u00e4hige Wagen. Gleichzeitig musste die Deutsche Reichsbahn mit einem erheblich reduzierten Fahrzeugbestand und den Folgen der Kriegszerst\u00f6rungen umgehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Spezialisierung auf G\u00fcterwagen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der DDR entwickelte sich das RAW Magdeburg-Salbke zunehmend zum Spezialisten f\u00fcr die Reparatur von G\u00fcterwagen. Der Standort war damit ein wichtiger Bestandteil des Eisenbahnwesens der DDR. Wie gro\u00df die Produktionsleistung war, zeigt eine bemerkenswerte Zahl: 1954 verlie\u00df bereits der 100.000. G\u00fcterwagen das Gel\u00e4nde. Damit war der Betrieb l\u00e4ngst zu einem industriellen Gro\u00dfstandort geworden. Die Werkhallen waren auf hohe St\u00fcckzahlen ausgelegt und besch\u00e4ftigten zeitweise mehrere Tausend Menschen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg12.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6292\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg12.jpg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg12-300x201.jpg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg12-768x515.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Bis zu 4.000 Besch\u00e4ftigte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In seiner Hochphase war das RAW einer der bedeutendsten Arbeitgeber im Magdeburger S\u00fcdosten. Zeitweise arbeiteten bis zu 4.000 Menschen auf dem Gel\u00e4nde. F\u00fcr die Region hatte das weitreichende Folgen. Das Werk bot Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr Facharbeiter und technische Spezialisten und pr\u00e4gte damit ganze Generationen. Auch Ausbildung und betriebliche Sozialstrukturen geh\u00f6rten zum Alltag. Wie bei anderen gro\u00dfen Reichsbahnbetrieben entstand eine eigene Arbeitswelt mit Werkfeuerwehr, sozialen Einrichtungen und einer umfangreichen betrieblichen Infrastruktur. Das RAW war damit nicht einfach eine Reparaturwerkstatt \u2013 es war eine kleine industrielle Welt innerhalb Magdeburgs.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Die letzten Jahrzehnte der Deutschen Reichsbahn<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem technischen Wandel der Eisenbahn \u00e4nderten sich auch die Anforderungen an das Werk. Die DDR setzte zunehmend auf standardisierte Produktions- und Reparaturverfahren. Das Salbker RAW blieb auf G\u00fcterwagen spezialisiert und konnte dadurch lange Zeit eine wichtige Funktion innerhalb der Deutschen Reichsbahn erf\u00fcllen. Doch die politischen und wirtschaftlichen Ver\u00e4nderungen der sp\u00e4ten 1980er-Jahre stellten das gesamte System infrage. Mit dem Ende der DDR begann auch f\u00fcr das Magdeburger Werk ein dramatischer Umbruch.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg11.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6291\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg11.jpg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg11-300x201.jpg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg11-768x515.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Nach 1989 schrumpft die Belegschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der politischen Wende wurde der Betrieb schrittweise verkleinert. Zahlreiche Arbeitspl\u00e4tze gingen verloren. Ausbildungsbereiche wurden reduziert, Abteilungen zusammengelegt und Aufgaben neu organisiert. Anfang der 1990er-Jahre arbeiteten noch mehr als 1.000 Menschen im Werk. Danach setzte sich der Personalabbau fort. 1993 waren es nach historischen Angaben noch etwa 800 Besch\u00e4ftigte, 1994 rund 630. Am Ende blieben nur noch ungef\u00e4hr 150 Mitarbeiter. 1994 wurde das RAW in die neu gegr\u00fcndete Deutsche Bahn AG eingegliedert. Doch auch diese Neuordnung konnte die Zukunft des Standorts nicht sichern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>1998 schlie\u00dfen die Werkstore<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ende 1998 war endg\u00fcltig Schluss. Das traditionsreiche Ausbesserungswerk wurde geschlossen. Damit endete eine Geschichte, die mehr als ein Jahrhundert zuvor als K\u00f6nigliche Eisenbahnhauptwerkstatt begonnen hatte. \u00dcber Generationen hatten Arbeiter und Angestellte in den Werkhallen Eisenbahnwagen repariert und Bauteile gefertigt. Aus einem der gr\u00f6\u00dften Arbeitgeber Salbkes wurde innerhalb weniger Jahre eine verlassene Industriefl\u00e4che.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6282\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg2.jpg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg2-300x201.jpg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg2-768x515.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>2000 wird der Betrieb nach Rothensee verlagert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der Schlie\u00dfung des alten Standorts war die Geschichte des Magdeburger Eisenbahnreparaturbetriebs jedoch nicht vollst\u00e4ndig beendet. Im Jahr 2000 wurde das Werk nach Rothensee verlagert. F\u00fcr Salbke bedeutete die Entwicklung einen weiteren schweren wirtschaftlichen Einschnitt. Auch andere gro\u00dfe Industriebetriebe im Umfeld verschwanden. Arbeitspl\u00e4tze gingen verloren und die Bev\u00f6lkerungszahl sank. Das ehemalige RAW wurde damit zu einem Symbol des industriellen Strukturwandels in Magdeburg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Eine Industriebrache mit historischem Wert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der endg\u00fcltigen Stilllegung begann der langsame Verfall. Gro\u00dfe Teile der Gleisanlagen wurden entfernt, Geb\u00e4ude standen leer und die Natur eroberte Teile des Areals zur\u00fcck. Gleichzeitig wurden die Geb\u00e4ude durch Vandalismus und Witterung zunehmend besch\u00e4digt. Der ehemalige Kultursaal st\u00fcrzte ein und wurde sp\u00e4ter ber\u00e4umt. F\u00fcr Lost-Place-Fotografen und Industriehistoriker entwickelte sich das RAW zu einem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Ort. Verlassene Hallen, alte Werkstattstrukturen und technische Details machten die Dimensionen des ehemaligen Gro\u00dfbetriebs noch lange sichtbar.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6283\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg3.jpg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg3-300x201.jpg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg3-768x515.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Denkmalschutz bewahrt wichtige Geb\u00e4ude<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz des Verfalls sind bedeutende Teile des ehemaligen Werkes erhalten geblieben. Das RAW Salbke ist als Kulturdenkmal in das Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt eingetragen. Zu den erhaltenen historischen Anlagen geh\u00f6ren unter anderem die gro\u00dfe Wagenhalle, das Kesselhaus mit Schornstein, die Zentralschmiede, die Gro\u00dfteileaufarbeitung sowie das Stellwerk mit Unterflurgest\u00e4nge. Gerade diese Geb\u00e4ude vermitteln noch heute einen Eindruck von der industriellen Dimension des einstigen Reichsbahnausbesserungswerks.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg5.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6285\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg5.jpg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg5-300x201.jpg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg5-768x515.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Der Salbker Wasserturm bleibt ein Wahrzeichen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders eng mit der Geschichte des RAW verbunden ist der Salbker Wasserturm. Der markante Bau entstand bereits 1893\/94 und diente der Wasserversorgung der damaligen Eisenbahnhauptwerkstatt. Nach jahrzehntelangem Leerstand wurde der Turm schlie\u00dflich saniert. Die Stadt Magdeburg erwarb das Ensemble 2010 von der Deutschen Bahn. Die Sanierung kostete insgesamt rund 2,1 Millionen Euro und wurde \u00fcberwiegend mit EFRE-Mitteln finanziert. 2013 wurde der restaurierte Wasserturm offiziell \u00fcbergeben. Damit zeigt sich beispielhaft, wie einzelne Bestandteile des historischen Eisenbahnstandorts erhalten und einer neuen Nutzung zugef\u00fchrt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6284\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg4.jpg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg4-300x201.jpg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg4-768x515.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Neue Pl\u00e4ne f\u00fcr das ehemalige RAW-Gel\u00e4nde<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das riesige Areal soll langfristig nicht vollst\u00e4ndig dem Verfall \u00fcberlassen bleiben. Seit 2022 gibt es Pl\u00e4ne f\u00fcr eine umfassende Neubebauung des ehemaligen Werksgel\u00e4ndes. Vorgesehen ist ein neues urbanes Quartier mit \u00fcberwiegender Wohnnutzung sowie B\u00fcrofl\u00e4chen, Einzelhandel, Gesundheitsangeboten, Freizeitnutzungen und sozialen Einrichtungen. Die historische Bausubstanz soll dabei teilweise einbezogen werden. Die Stadt Magdeburg verfolgt daf\u00fcr ein eigenes Bebauungsplanverfahren. Der Geltungsbereich umfasst das fr\u00fchere RAW-Gel\u00e4nde zwischen Alt Salbke, der Bahntrasse, dem L\u00fcttgen-Salbker Weg und der Ferdinand-Schrey-Stra\u00dfe. Dabei m\u00fcssen unter anderem Altlasten und die angrenzenden gewerblichen Nutzungen ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg10.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6290\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg10.jpg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg10-300x201.jpg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg10-768x515.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Zwischen Lost Place und Zukunftsquartier<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ehemalige RAW Magdeburg steht damit heute an einem Wendepunkt. Einerseits ist das Gel\u00e4nde ein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Lost Place mit mehr als 100 Jahren Eisenbahngeschichte. Andererseits besteht die Chance, die Industriebrache in ein neues Stadtquartier zu verwandeln. Die Herausforderung besteht darin, beides miteinander zu verbinden: die notwendige Entwicklung des Areals und den Erhalt jener historischen Bauwerke, die von der Geschichte des Standorts erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg16.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6296\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg16.jpg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg16-300x201.jpg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Reichsbahnausbesserungswerk_Magdeburg16-768x515.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Ein Ort, der Magdeburgs Industriegeschichte erz\u00e4hlt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Reichsbahnausbesserungswerk Magdeburg-Salbke war \u00fcber ein Jahrhundert hinweg eng mit der Entwicklung der Stadt verbunden. Es entstand aus dem Eisenbahnboom des Kaiserreichs, \u00fcberstand Krieg und Zerst\u00f6rung, wurde in der DDR zu einem Gro\u00dfbetrieb mit bis zu 4.000 Besch\u00e4ftigten und verschwand schlie\u00dflich im Zuge des Strukturwandels. Heute sind die Werkhallen still. Wo einst tausende Menschen arbeiteten und t\u00e4glich G\u00fcterwagen repariert wurden, bestimmen Leerstand und Verfall das Bild. Doch das RAW Salbke ist kein bedeutungsloser Lost Place. Die erhaltenen Hallen, das Kesselhaus, die Schmiede, das Stellwerk und der Wasserturm sind materielle Zeugnisse einer Epoche, in der die Eisenbahn zu den wichtigsten Motoren der Industrialisierung geh\u00f6rte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte des ehemaligen RAW Magdeburg zeigt deshalb nicht nur den Niedergang eines einzelnen Betriebs. Sie erz\u00e4hlt vom Aufstieg der Eisenbahn, von industrieller Arbeit, Krieg und Wiederaufbau, vom wirtschaftlichen Wandel nach 1990 \u2013 und von der schwierigen Frage, wie eine Stadt mit ihrem industriellen Erbe umgeht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk Magdeburg im Stadtteil Salbke geh\u00f6rt zu den eindrucksvollsten Zeugnissen der Eisenbahngeschichte der Landeshauptstadt. 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