{"id":4399,"date":"2019-01-11T16:02:00","date_gmt":"2019-01-11T15:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/?p=4399"},"modified":"2026-07-02T16:04:48","modified_gmt":"2026-07-02T14:04:48","slug":"nachgefragt-bei-roger-liesaus-zu-mimo-geschichte-eines-werkes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/interviews\/nachgefragt-bei-roger-liesaus-zu-mimo-geschichte-eines-werkes\/","title":{"rendered":"Nachgefragt bei: Roger Liesaus zu \u201eMIMO \u2013 Geschichte eines Werkes\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor und w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs entwickelte sich Leipzig zu einem bedeutenden Luftr\u00fcstungsstandort. Hier wurden Flugzeuge und Motoren gebaut. Der Tauchaer Roger Liesaus hat jetzt seinen ersten Dokumentarfilm \u00fcber besagte Industrie im Raum Leipzig fertiggestellt und mit \u201eMIMO \u2013 Geschichte eines Werkes\u201c ein beeindruckendes Zeitdokument abgeliefert. Der Film handelt von den Geschichten und Erinnerungen der Zeitzeugen, wurde erg\u00e4nzt mit Bildern und Filmen von Motoren, Flugzeugen und Fahrzeugen, mit Aufnahmen aus den Standorten des Werkes und Geschichten der Menschen, die damals die MIMO erlebt und miterlebt haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr seinen rund 135-min\u00fctigen Dokumentarfilm hat Liesaus Akten durchst\u00f6bert, Museen besucht, Fotos und alte Filmstreifen digitalisiert, Historiker, Sammler, Zeitzeugen und Nachgeborene interviewt, Karten erg\u00e4nzt und mit Geb\u00e4uden und Ruinen im Gel\u00e4nde verglichen. Einige Szenen wurden speziell f\u00fcr diesen Film nachgestellt. Diese erheben laut Liesaus zwar nicht den Anspruch, authentisch zu sein, sollen aber sehr wohl ein Gef\u00fchl f\u00fcr die Geschehnisse in dieser Zeit vermitteln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gearbeitet wurde im Vorfeld ohne Gagen und finanzielle Hilfen. Um den Film auff\u00fchren und eine DVD produzieren zu k\u00f6nnen wurde eine Crowdfunding-Aktion gestartet. Diese endete sehr erfolgreich. Unterst\u00fctzer konnten eine gewisse Summe an finanziellen Mitteln zur Verf\u00fcgung stellen und bekamen daf\u00fcr die DVDs, die Karten f\u00fcr die Filmpremiere, den MIMO-Werksplan oder einen MIMO-Kalender.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Premiere findet \u2013 nat\u00fcrlich \u2013 in Taucha statt. Wie Liesaus berichtet, besteht in der Stadt traditionell ein hohes geschichtliches Interesse, welches durch die Stadtverwaltung, dem Museum und Vereinen, bis hin zu einigen engagierten Hobbyhistorikern st\u00e4ndig lebendig gehalten wird. So war es dem B\u00fcrgermeister Tobias Meier auch ein Bed\u00fcrfnis, f\u00fcr die Premiere einen Raum zur Verf\u00fcgung zu stellen, der von vielen Tauchaern als Treffpunkt gerne angenommen wird. Wir haben nachgefragt \u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Crowdfunding-Aktion zur DVD-Produktion deiner Dokumentation \u201eMIMO \u2013 Die Geschichte eines Werkes\u201c war ein voller Erfolg. Wie ist das Befinden?<\/strong><br>Zun\u00e4chst bin ich \u00fcberrascht, dass eine Summe deutlich \u00fcber dem angestrebten Mindestfinanzierungsbetrag zusammengekommen ist. Daf\u00fcr danke ich allen Unterst\u00fctzern. Mein Entschluss weiterzumachen wurde dadurch best\u00e4rkt. Auch wenn mir bewusst ist, dass hinter dem n\u00e4chsten Thema keine Stadt wie Taucha steht, so wie es bei der MIMO ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Nach \u201eGeschichten hinter vergessenen Mauern\u201c startet nun also eine neue Filmreihe aus und \u00fcber Leipzig. M\u00f6chtest du hier an die zur\u00fcckliegende Erfolgsstory ankn\u00fcpfen oder gibt es hier einen anderen Hintergedanken?<\/strong><br>\u201eGeschichten hinter vergessenen Mauern\u201c ist absolut Enno Seifrieds Projekt. Dabei habe ich nur im dritten Teil mitgewirkt. Der ist dann auf Grund meiner umfangreichen Kontakte zu potenziellen Interviewpartnern zwar doppelt so lang ausgefallen, wie urspr\u00fcnglich geplant, aber mein Arbeitsanteil war gering. Eher gleichberechtigt haben wir die beiden Filme \u201eINDUSTRIEkultur LE\u201c hergestellt, die auf YouTube verf\u00fcgbar sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das Thema Luftr\u00fcstungsindustrie hatten wir bereits einiges im Rahmen dieser beiden Arbeiten gedreht, damals noch konzeptionell anders gedacht. Das habe ich aufgegriffen, weil es aus meiner Sicht nicht verloren gehen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was fasziniert dich an der Geschichte der Luftr\u00fcstungsindustrie im Leipziger Raum so besonders?<\/strong><br>Au\u00dfer dass ich als Kind bereits von diesem mysteri\u00f6sen Wald \u201eMIMO\u201c h\u00f6rte, war es sp\u00e4ter die Tatsache, dass in Taucha der einzige Flugdieselmotor in Gro\u00dfserie hergestellt wurde und dass dieser au\u00dferdem ein Gegenkolbenmotor war. Und ich wusste, was bei Dieselmotoren normalerweise geht. Mein Vater hat im Dieselmotorenwerk Leipzig gearbeitet. Am Ende des Krieges wurden in der MIMO \u00fcber 3.000 Strahltriebwerke Jumo 004 gefertigt, also die erste Serienproduktion von Antrieben f\u00fcr D\u00fcsenflugzeuge. Das sind zwei herausragende Ereignisse in der Luftfahrtgeschichte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">150 bis 200 Jahre Industriegeschichte in der Stadt Leipzig sind nicht lang, sollte man meinen, aber es ist erstaunlich, wie viel bereits wieder vergessen wurde. Dass Leipzig einmal das Zentrum der Musikautomatenherstellung mit \u00fcber 100 Firmen war, dass Elektrofahrzeuge produziert wurden, die Galvanotechnik auf deutschem Boden hier ihren Ursprung hatte, dass in der Rauchwarenindustrie Unmengen Pelze verarbeitet wurden, dass Gasmotorstra\u00dfenbahnen fuhren und eben dass es einer der gr\u00f6\u00dften Luftr\u00fcstungsstandorte zwischen 1935 und 1945 war. All das ging nicht ohne die Menschen und die st\u00e4ndige Ver\u00e4nderung. Ich finde, wir vergessen zu schnell.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was erwartet den Zuschauer bei dieser Dokumentation und wie habt ihr den Film \u2013 der ja \u00dcberl\u00e4nge hat \u2013 spannend gehalten?<\/strong><br>Das mit dem \u201espannendhalten\u201c war mir urspr\u00fcnglich egal. Ich wollte eigentlich nur das noch vorhandene Wissen archivieren. Irgendwann reifte in mir die Einsicht, dass es \u00fcberraschende Einsch\u00fcbe geben muss, dass Musik dazu geh\u00f6rt, dass man etwas Werbung machen muss und und und. Ich bin da nicht ganz beratungsresistent und die erfolgreichen Berater sind neben Enno Seifried noch Tilo Esche, Frank Zalich und meine Frau Heike.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Zwischenzeit habe ich R\u00fcckmeldungen von Unterst\u00fctzern, die sich zwei Abende f\u00fcr den Film eingeplant hatten und ihn an einem Abend geguckt haben, weil sie ihn spannend fanden. Denen sage ich dann immer: Gut, dass ihr zwei Abende eingeplant habt, ihr m\u00fcsst ihn sowieso zweimal schauen \u2013 es sind zu viel Informationen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Spricht man von der R\u00fcstungsindustrie zur Zeit des Nationalsozialismus, f\u00e4llt das Licht immer zuerst auf das Thema Zwangsarbeiter. Wie seid Ihr mit diesem ganz sensiblen Thema im Film umgegangen?<\/strong><br>Hier muss ich etwas weiter ausholen. F\u00fcr mich f\u00e4llt das Licht bei dem Thema R\u00fcstungsindustrie zur Zeit des Nationalsozialismus nicht zuerst auf das Thema Zwangsarbeiter, sondern mir f\u00e4llt dabei zuerst skrupelloser und menschenverachtender Kapitalismus ein, der das Thema Zwangsarbeit beinhaltet. Das Thema R\u00fcstungsindustrie auf die Zwangsarbeiter zu reduzieren oder zu fokussieren stellt f\u00fcr mich ein Ablenkungsman\u00f6ver dar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben den sich bereits in den fr\u00fchen Jahren des Nationalsozialismus abzeichnenden Verbrechen, wie die Unterdr\u00fcckung politisch Andersdenkender, deren Inhaftierung und Ermordung usw., muss man aber auch sehen, dass die Menschen nach dem ersten Weltkrieg, der Inflationszeit und der Weltwirtschaftskrise, alles durch ein ausuferndes kapitalistisches System verursacht, auch Hoffnung in diesen neuen Staat, in dieses neue System setzten. In der Zeit wurde unglaublich viel gebaut, wie wir noch heute sehen k\u00f6nnen und das trotz der auch damals vorhandenen Querelen zwischen Firmen und Beh\u00f6rden, wie ich in den Akten der Mitteldeutschen Motorenwerke lesen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch technische Entwicklungen wurden rasant vorangetrieben, wie das immer in kriegs- oder kriegsvorbereitenden Zeiten der Fall ist. Um das alles leisten zu k\u00f6nnen, wurden Deutsche ab 1935 dienstverpflichtet und Menschen aus anderen L\u00e4ndern angeworben, die freiwillig nach Deutschland zum Arbeiten kamen. Ebenfalls fr\u00fchzeitig wurden Gefangene aus Arbeits- und Umerziehungslagern zu den Arbeiten herangezogen. Sp\u00e4ter kamen dann verschleppte Menschen aus den besetzten L\u00e4ndern hinzu, KZ-Insassen und Kriegsgefangene.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Gedenkstelle f\u00fcr Zwangsarbeiter in Leipzig wurde mir gesagt, dass man in der heutigen Forschung all diese Menschen unter dem Begriff Zwangsarbeiter zusammenfasst. Aus den Erz\u00e4hlungen der Zeitzeugen und meinem eignen Wissen glaube ich, dass man an der Stelle schon etwas differenzieren sollte. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der ausl\u00e4ndischen Arbeitskr\u00e4fte waren Zwangsarbeiter, die das nicht freiwillig gemacht haben und die das unter sehr schlechten Bedingungen machen mussten und die daf\u00fcr keinen oder nur einen sehr geringen Lohn bekommen haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andere hingegen waren Fremdarbeiter, die ab einem bestimmten Kriegsfortschritt sicher auch nicht mehr die freie Wahl hatten, nun in ihre Heimatl\u00e4nder zur\u00fcckzukehren, was in dieser Zeit wahrscheinlich auf einen Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung in Europa zutraf. Diese nun alle gleich als Zwangsarbeiter zu bezeichnen tut aus meiner Sicht besonders denen Unrecht, die von vorherein dazu gezwungen wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine DVD mit meinem Film ist nach Belgien gegangen und der Sohn eines ehemaligen Fremdarbeiters berichtete mir, dass sein Vater bis an sein Lebensende stolz war in den Mitteldeutschen Motorenwerken gelernt und gearbeitet zu haben. Nach dem Krieg musste der Vater in Belgien als Kollaborateur ein Jahr ins Gef\u00e4ngnis. Er hat sich aber nie als Zwangsarbeiter gesehen. Eine andere Geschichte ist die von einer ukrainischen Zwangsarbeiterin, die auch bereits w\u00e4hrend des Krieges von den deutschen Angestellten Unterst\u00fctzung erfuhr, zumeist in Form von Essen. Wenn das rauskam, haben auch die Deutschen dabei ihr Leben riskiert. Sie hat dann nach dem Krieg einen Deutschen geheiratet und bis ans Lebensende in Seegeritz, gleich neben der MIMO gelebt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich will damit sagen, dass die Einzelschicksale sich oft durch Pauschalisierung nicht fassen lassen. Heutzutage wird oftmals bei jeder kritischen oder anders denkenden Bemerkung die rechte Schublade aufgemacht. Es findet statt Dialog oft Konfrontation und Polarisierung statt und die Menschen stellen sich oder lassen sich in die eine oder andere Ecke stellen. Mir dr\u00e4ngt sich dabei immer die Frage auf. Warum geschieht das? Wird das bewusst bef\u00f6rdert und befeuert? Divide et impera.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ihr habt f\u00fcr die MIMO-Dokumentation spezielle Szenen nachgestellt. Warum und welche zum Beispiel?<\/strong><br>Weil wir es konnten. Das m\u00fcsste die erste spontane Antwort darauf sein. Es gibt in Taucha und im Raum Leipzig doch einige Enthusiasten von alten Fahrzeugen, die das Thema ebenfalls spannend finden und die gern bereit waren, sich gemeinsam mit mir noch einmal vorzustellen, wie es wohl gewesen sein muss, wenn die Fahrzeuge die im Wald gelegenen Stra\u00dfen lang fuhren oder die Arbeiter fr\u00fch ins Werk gingen. Allerdings gibt es da Grenzen. Zu Spitzenzeiten waren bis zu 9.500 Menschen in der MIMO besch\u00e4ftigt, wir waren eher eine Gruppe um die 20 Leute.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ging mir auch nicht so sehr darum, authentisch zu scheinen, wie es vielleicht Spielfilme anstreben, ich will dem Zuschauer eine Vorstellung von den damals \u00fcblichen Techniken und Maschinen geben. Manchmal soll bewusst verschwimmen, was alt ist und was nachgestellt ist, nicht so schwarz-wei\u00df, und tats\u00e4chlich gibt es Szenen, die sind aus den Neunzigern \u2013 grau eben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>F\u00fcr die geschichtlichen Abl\u00e4ufe und Kapitel der Dokumentation zum Werk habt ihr viel recherchiert, studiert und zu Papier gebracht. Gab es irgendwelche besonderen Entdeckungen oder spezielle neue Erkenntnisse?<\/strong><br>Ein wirklich konkretes Ergebnis ist der \u00fcberarbeitete Werksplan. Gemeinsam mit Uwe Kober und seiner Frau Silke haben wir immer wieder diskutiert, welche Mauerreste wozu geh\u00f6rten und was es gewesen sein k\u00f6nnte. Dazu habe ich auch alte Pl\u00e4ne herangezogen und die bereits 1939 beginnende Umnummerierung ber\u00fccksichtigt. Aber die Hallen sind im Wachsen der Firma und im Schrumpfen, durch Bombardierung und Auslagerung, auch umgenutzt worden. Das kann man sicher nicht mehr bis ins Detail nachvollziehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein paar Mythen wie \u201cdie MIMO war voll unterbunkert\u201c, \u201ewurde nie bombardiert, weil sie von den Amis nicht gefunden wurde\u201c, \u201ees wurden Teile f\u00fcr die V2 gefertigt\u201c usw. habe ich wiederlegt. Ich glaube, es ist wichtig, immer bestrebt zu sein, sich den wahren Geschehnissen so weit wie m\u00f6glich anzun\u00e4hern. Wenn man nun das Buch von Peter Kohl und Peter Bessel \u201eAuto Union und Junkers\u201c liest, den Film schaut und eventuell noch den Werksplan und den Kalender mit seinen Informationen her nimmt, hat man wirklich in ziemlich komprimierter Form einen Einblick in die Gesamtheit der Geschichte des Werkes und das Leben der Menschen. Eine dieser Komponenten allein kann das nicht leisten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Du hast f\u00fcr die MIMO-Dokumentation zwei Dutzend Zeitzeugen interviewt, die bereits 90 Jahre und \u00e4lter sind. Welche Erz\u00e4hlungen sind bei dir besonders h\u00e4ngen geblieben?<\/strong><br>Neben August Katz, der dort gelernt hat und Gertraude K\u00fchn, die in den MMW, wie die damals offizielle Abk\u00fcrzung hie\u00df, als Kontoristin arbeitete, war es vor allem Hellmut Drubig, der mir im Mai noch kurz nach seinem 106. Geburtstag lebhaft die wachsende Stadt Taucha dieser Jahre schilderte. Sehr habe ich mir gew\u00fcnscht, dass er den Film noch sehen kann, aber leider ist er im August gestorben. Am meisten hat sich aber die Aussage einer Zeitzeugin eingebrannt, die nicht genannt werden wollte. Sie sagte \u00fcber den Direktor einer dieser Leipziger R\u00fcstungsfabriken: \u201eDer Direktor war zu uns Kindern immer sehr nett und hat uns Bonbons mitgebracht.\u201c Entschuldigend f\u00fcgte sie hinzu: \u201eWir wussten doch nichts von Zwangsarbeit und R\u00fcstungsproduktion. Aber wissen wir denn, mit wem wir heute so Umgang haben. Was diese Leute tun und wof\u00fcr sie im Endeffekt produzieren?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wird man den Film nach der Filmpremiere noch an anderen Orten in kleineren Kinos oder \u00e4hnlichen Orten sehen k\u00f6nnen?<\/strong><br>Hier im Umland von Taucha, aber auch in Leipzig haben sich schon einige Gastst\u00e4tten und Programmkinos daf\u00fcr angemeldet. Das werde ich nach M\u00f6glichkeit auch pers\u00f6nlich begleiten, um mit den Menschen ins Gespr\u00e4ch zu kommen und um eventuell auch Hinweise auf Zeitzeugen oder Dokumente zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Als n\u00e4chstes Projekt willst du die Geschichte der \u201eErla Maschinenwerk GmbH\u201c aufarbeiten und dar\u00fcber einen weiteren Dokumentarfilm produzieren. Wie lauten die zuk\u00fcnftigen Pl\u00e4ne?<\/strong><br>Tja Erla, dass sagt ja wenigstens noch einigen Menschen etwas, aber noch schlechter sieht die Bekanntheit bei der ATG (Allgemeine Transportgesellschaft) aus, die Firma kennt fasst keiner mehr. Irgendwie bin ich durch Enno vorgepr\u00e4gt und glaube, dass es eine Trilogie \u00fcber das Thema Luftr\u00fcstungsindustrie im Raum Leipzig sein sollte. Und danach schauen wir mal. Aber ich glaube, bei mir wird es sich immer hier in und um Leipzig bewegen, hier gibt es viel Spannendes, was bewahrt werden sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wir danken Roger Liesaus f\u00fcr das Interview. Das Interview f\u00fchrte Andr\u00e9 Winternitz.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mehr Informationen zur Dokumentation \u201eMiMo \u2013 Geschichte eines Werkes\u201c sowie zum Erwerb der DVD und Filmvorf\u00fchrungen finden Sie auf der Webseite unter www.rog-film.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor und w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs entwickelte sich Leipzig zu einem bedeutenden Luftr\u00fcstungsstandort. Hier wurden Flugzeuge und Motoren gebaut. 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