{"id":2172,"date":"2015-10-20T16:02:00","date_gmt":"2015-10-20T14:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/?p=2172"},"modified":"2025-06-08T16:09:04","modified_gmt":"2025-06-08T14:09:04","slug":"zeche-hannover","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/museensafari\/zeche-hannover\/","title":{"rendered":"Zeche Hannover"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zeche Hannover in Bochum war ein Steinkohle-Bergwerk und ist heute ein Standort des Westf\u00e4lischen Industriemuseums vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Das Bergwerk besa\u00df insgesamt sechs Sch\u00e4chte, die in zwei Schachtanlagen zusammengefasst waren (1\/2\/5 und 3\/4\/6). Am 14. Juni 1847 wurden dem Rittergutsbesitzer Karl Richard vom Hymmen in Kaiserswerth und dem Kaufmann Julius M\u00f6ller in Elberfeld die Sch\u00fcrferlaubnis in der Landgemeinde Hordel erteilt. Eine Probebohrung mit dem Bohrturm Sechs Br\u00fcder auf dem Gel\u00e4nde des Landwirtes Schulte-Sch\u00fcnen, genannt Ahmann, erreichte in 92 Meter Tiefe das Steinkohlengebirge. Die politischen Bedingungen unterbrachen zun\u00e4chst weitere Mutungst\u00e4tigkeiten. An einem weiteren Bohrturm Sechs Schwestern stie\u00df man am 29. Dezember 1854 wieder auf Steinkohle. In den Jahren 1854\/1855 wurde f\u00fcr die Felder Sechs Br\u00fcder, Wupperthal, Anton Ernst und Sechs Schwestern das Bergwerkseigentum zuerkannt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover9.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2182\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover9.jpeg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover9-300x201.jpeg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover9-768x515.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gr\u00f6\u00dfe des Feldes betrug 4,16 Quadratkilometer. 1856 kaufte die Hannoversche Bergwerksgesellschaft Hostmann &amp; Co. AG die Berechtsame f\u00fcr das Grubenfeld zu einem Preis von 900.000 Mark. Am 1. M\u00e4rz 1857 wurde mit dem Abteufen des Schachtes Karl (Schacht 1) begonnen. Vier Monate sp\u00e4ter begannen die Teufarbeiten f\u00fcr den 50 Meter s\u00fcdlicher gelegenen Schacht 2, der den Namen Christian (sp\u00e4ter Hermann) erhielt. Die Abteufarbeiten wurden durch Wassereinbr\u00fcche und finanzielle Probleme begleitet. Die Familie Hostmann musste das Grubenfeld 1860 an die Hannoversche Bergwerksgesellschaft B\u00f6stighaus &amp; Co. verkaufen. Aber auch dieser Gesellschaft mangelte es an Kapital, die hohen Investitionen f\u00fcr die Errichtung der Zeche durchzustehen. Die Gesellschaft wurde 1868 nach einem ergebnislosen Versteigerungsversuch f\u00fcr 30.000 Taler und Schulden\u00fcbernahme von 317.000 Talern verkauft. Die Hannoversche Bergwerksgesellschaft zu Bochum \u00fcbernahm s\u00e4mtliche Kuxe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Jahren 1859 und 1860 wurde bei dem Abteufen der Sch\u00e4chte 1 und 2 das Steinkohlengebirge erreicht. \u00dcber den Sch\u00e4chten entstanden zwei wuchtige Malakow-T\u00fcrme mit einem dazwischen liegenden Maschinenhaus f\u00fcr die beiden F\u00f6rdermaschinen. Der Schacht 1 erreichte 1870 bei 162 Meter Teufe die erste Bausohle, und die regelm\u00e4\u00dfige F\u00f6rderung kam zustande. Der Krieg 1870\/71 brachte einen wirtschaftliche Aufschwung, so dass die Zeche erstmals Gewinn erwirtschaftete.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 27. Juni 1872 wurde die unbedeutende Zeche von Alfred Krupp zu einem Preis von 5.649.000 Mark erworben und ausgebaut. Die Sch\u00e4chte wurden bis 304 Meter Tiefe geteuft, wobei sie in der Mergelzone mit T\u00fcbbings ausgekleidet wurden. \u00dcbertage wurden die Waschkaue, die Verladebr\u00fccke und die Werkst\u00e4tten ausgebaut. Es wurde eine Gasbeleuchtung eingerichtet und eine Wasserleitung verlegt. In der Gemeinde G\u00fcnnigfeld begannen am 13. Oktober 1873 die Abteufarbeiten f\u00fcr die Sch\u00e4chte 3 und 4. Im Folgejahr wurde das Steinkohlengebirge erreicht. Die erste Zechenkolonie wurde 1874 an der Friedrichstra\u00dfe in Eickel errichtet; 1872\u201377 entstand die Kolonie an der Derfflingerstra\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zeit von 1874 bis 1887 war durch wirtschaftlichen Niedergang und starken R\u00fcckgang der Kohlepreise gekennzeichnet. Aufgrund der gesicherten Kohlenabnahme durch Krupp wirkte sich die Entwicklung nicht so drastisch auf die wirtschaftliche Situation der Zeche Hannover aus. Im Jahre 1876 wurde die F\u00f6rderung von der 161-m-Sohle zur 234-m-Sohle verlegt. Im Untertagebetrieb \u00e4nderte man die Kohlengewinnung vom streichenden Pfeilerbau zum schwebenden Pfeilerbau. 1881 wurde der Bergeversatz eingef\u00fchrt, um die Oberfl\u00e4chensenkungen zu reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine bedeutende Innovation bei der Ausf\u00fchrung der F\u00f6rderanlage ging von dem Bergwerksdirektor Carl Friedrich Koepe aus. Am Schacht 2 wurde 1878 die Seilf\u00fchrung ge\u00e4ndert. Das F\u00f6rderseil wurde um die Treibscheibe herumgef\u00fchrt und \u00fcber eine zweite Seilscheibe in den Schacht zur\u00fcckgef\u00fchrt. Es war als Endlosseil angeordnet. Es wurden zwei F\u00f6rderk\u00f6rbe angeh\u00e4ngt, die an versetzten Spurlatten gef\u00fchrt wurden. Die Anordnung der F\u00f6rderk\u00f6rbe war so gew\u00e4hlt, dass einer der K\u00f6rbe in H\u00f6he der tiefsten F\u00f6rdersohle hing w\u00e4hrend der andere sich in H\u00f6he der Rasenh\u00e4ngebank befand. Durch das frei h\u00e4ngende Unterseil wurde das Gewicht des Seils kompensiert. Die F\u00f6rdermaschine musste nur noch das Drehmoment der unterschiedlichen Beladung der K\u00f6rbe ausgleichen. Mit dieser Ausf\u00fchrung wurde der Seilverschlei\u00df und damit auch das Risiko eines Seilrisses erheblich verringert. Diese Seilanordnung wurde nach ihrem Erfinder Koepe-F\u00f6rderung genannt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" data-id=\"2174\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover2.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2174\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover2.jpeg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover2-300x201.jpeg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover2-768x515.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" data-id=\"2173\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover1.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2173\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover1.jpeg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover1-300x201.jpeg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover1-768x515.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 1888 wurde die F\u00f6rdermaschine auf Schacht 2 ersetzt. Basierend auf einem Vorschlag von Carl Friedrich Koepe wurde die Maschine im Schachtturm aufgestellt. Die Dampff\u00f6rdermaschine hatte einen Zylinderdurchmesser von 980 und 1440 mm bei einem Zylinderhub von 1570 mm. Die Maschine war f\u00fcr eine Dampfdruck von 4,5 at\u00fc konzipiert. Es wurde zun\u00e4chst von der 384-m-Sohle gef\u00f6rdert mit einer maximalen Geschwindigkeit des F\u00f6rderkorbes von 13 m\/s. Der Korb konnte auf 3 B\u00f6den 6 F\u00f6rderwagen aufnehmen. Die Maschine war 40 Jahre bis zum Ende der 1920er Jahre im Einsatz und wurde dann verschrottet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hannover war 1892 im Oberbergamtsbezirk Dortmund die erste Zeche, die eine Streckenf\u00f6rderung mit Seilbahnen einrichtete, die die Pferdef\u00f6rderung ersetzte. Im selben Jahr wurde die Leistungsf\u00e4higkeit der F\u00f6rderanlagen auf Schacht 1 wesentlich erh\u00f6ht. Es wurde eine st\u00e4rkere Compound-Dampff\u00f6rdermaschine eingebaut und die Abzugsvorrichtungen am F\u00fcllort wurden verbessert. Die F\u00f6rderschichtleistung des Schachtes wurde so von 400 auf 750 t erh\u00f6ht. Als Ma\u00dfnahme gegen Kohlenstaubexplosionen wurde zu der Zeit die Berieselung der Grubenbaue eingef\u00fchrt. Die Zechenverwaltung kaufte 1891 das Rittergut Dahlhausen mit 469 Morgen Land und weitere 9 H\u00f6fe. Hier wurde eine Wohnbebauung vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem auch die benachbarte Zeche Hannibal von Krupp \u00fcbernommen war, wurden die beiden Zechen 1899 vereinigt. 1905 wurde mit dem Abteufen des Schachtes 5 neben den Sch\u00e4chten 1\/2 begonnen, der im Mai 1908 mit zwei F\u00f6rderungen fertiggestellt wurde. Im gleichen Monat wurde auch die neue Kohlenw\u00e4sche auf der Anlage 1\/2 in Betrieb genommen, die die alte W\u00e4sche aus dem Jahr 1878 ersetzte. Der erh\u00f6hte Dampfbedarf wurde durch eine neue Kesselanlage gedeckt. Bis 1907 wurde elektrischer Strom nur in geringem Umfang erzeugt und ausschlie\u00dflich f\u00fcr die Beleuchtung verwendet. Als Energiequelle stand ansonsten nur der Dampf zur Verf\u00fcgung. Auch die Wasserhaltung unter Tage erfolgte durch Dampfmaschinen. Druckluft stand nicht zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Kraftwerk 1 wurde nach der Errichtung 1907 auch Koksofengas-Generatoren aufgebaut, die Strom lieferten. Das Kraftwerk wurde an das Stromnetz der Rheinisch-Westf\u00e4lischen Elektrizit\u00e4tswerke angeschlossen, um daraus bei Betriebsst\u00f6rungen Strom beziehen zu k\u00f6nnen. Die Koksofengas-Generatoren bew\u00e4hrten sich allerdings nicht und wurden durch Dampf-Turbogeneratoren ersetzt. Da nunmehr elektrische Energie zur Verf\u00fcgung stand, wurde auf der 515-m-Sohle eine zentrale Wasserhaltung mit sechs elektrischen Kreiselpumpen mit einer Leistung von je 30 m\u00b3\/min eingebaut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1905 begann man mit dem Bau einer Siedlung mit 715 Beamten- und Arbeiterwohnungen in der Siedlung Dahlhauser Heide auf dem Gel\u00e4nde des fr\u00fcheren Rittergutes Dahlhausen. Dazu geh\u00f6rte ein gro\u00dfz\u00fcgig bemessener Saalbau. Die H\u00e4user wurden im Gartenstadtstil \u2013 teilweise mit Fachwerkgiebel \u2013 errichtet. Die Bauten f\u00fcr Beamten- und Arbeiterwohnungen wurden voneinander getrennt angelegt. Die Arbeiterfamilien wohnten in Doppelhaush\u00e4lften mit Anbauten f\u00fcr St\u00e4lle, die eine Kleinviehhaltung und somit eine teilweise Selbstversorgung erm\u00f6glichten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover3.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2175\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover3.jpeg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover3-300x201.jpeg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover3-768x515.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zeche Hannibal teufte von 1901 bis 1903 den Schacht 3 und von Mai 1914 bis Mai 1915 den Schacht 4 ab. Vor dem Ersten Weltkrieg erfuhren die Zechen einen gro\u00dfen Aufschwung. Zu Beginn des Krieges wurden viele qualifizierte Bergleute zum Milit\u00e4r eingezogen; die Verluste konnten aber in der Folge ausgeglichen werden. Es bestand ein riesiger Bedarf an Kohle und Koks f\u00fcr die R\u00fcstungsproduktion.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Krieg beeintr\u00e4chtigten die unruhigen politischen Verh\u00e4ltnisse, Inflation und die Besetzung des Ruhrgebietes 1923 die Produktion. W\u00e4hrend der Besetzung wurde passiver Widerstand ausge\u00fcbt; alle Betriebe wurden bestreikt. Nur zwingend notwendige Arbeiten zur Aufrechterhaltung der Betriebsf\u00e4higkeit wurden durchgef\u00fchrt. Infolge des Krieges wurde die Arbeitszeit von 8\u00bd Stunden unter Tage einschlie\u00dflich Ein- und Ausfahrt auf 7 Stunden verk\u00fcrzt. Die F\u00f6rderquoten gingen zur\u00fcck und es gab Lohnauseinandersetzungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Folge des wirtschaftlichen Niedergangs erfuhren die Zechen einen erheblichen Absatzr\u00fcckgang und mussten Bergleute entlassen. Von den etwa 9000 Besch\u00e4ftigten verblieben bis zum Oktober 1932 noch 2769. Daher fasste die Werksleitung 1932 den Entschluss, die F\u00f6rderungen auf dem Bergwerk Hannover-Hannibal zusammenzufassen; auf Hannibal 2 war sie bereits 1926 eingestellt worden. Nach umfangreichen Vorarbeiten unter Tage wurde am 28. Februar 1932 auch die F\u00f6rderung auf der Schachtanlage Hannover 3\/4 in G\u00fcnnigfeld aufgegeben. Die beiden Sch\u00e4chte dienten weiter der Bewetterung. Schacht 3 und 4 hatten eine Endteufe von 615 Metern, Schacht 6 von 950 Metern erreicht. Hannover 1\/2 wurde als F\u00f6rderstandort ausgebaut. Die Hauptf\u00f6rderung \u00fcbernahm zun\u00e4chst Schacht 5.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bedarf an elektrischer Energie hatte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts deutlich erh\u00f6ht. So wurde 1921 ein neues Kraftwerk auf Hannover 1\/2 errichtet, das das alte Kraftwerk ersetzte. Es wurden zun\u00e4chst 24 Zweiflammrohrkessel aufgestellt, die schon bald durch vier Steilrohrkessel mit einer Dampfleistung von je 10 t\/h abgel\u00f6st wurden. F\u00fcr die Stromerzeugung standen drei Turbogeneratoren mit insgesamt 13 MW zur Verf\u00fcgung. Im Jahre 1921 wurde das elektrische Geleucht eingef\u00fchrt, das die Benzinsicherheitslampe ersetzte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover5.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2178\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover5.jpeg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover5-300x201.jpeg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover5-768x515.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Jahren 1929\/31 wurde auf Hannover der Transport unter Tage von Seilbahn auf Diesellokomotiven umgestellt. Nach 1933 erfolgten gr\u00f6\u00dfere Modernisierungen; auf Hannover 1\/2 wurde eine neue Verladung errichtet und die Kohlenw\u00e4sche wurde so umgebaut, dass Gas- und Fettkohle getrennt gewaschen werden konnten. Der Schacht 2 wurde in der Folge umgebaut und bis zur 950-m-Sohle vertieft; die Abteufarbeiten wurden am 15. Dezember 1938 abgeschlossen. Ein Jahr sp\u00e4ter wurde der Malakow-Turm \u00fcber Schacht 2, der aus Ziegelsteinmauerwerk mit Wandst\u00e4rken von 2,50 Meter bestand, abgerissen. Das neue Schachtgeb\u00e4ude mit der Turmf\u00f6rderanlage konnte erst nach dem Zweiten Weltkrieg in Betrieb genommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kohlensieberei- und verladung wurde 1936 mit vier Kreiselwippern ausger\u00fcstet, die \u00fcber einen Wagenumlauf an die F\u00f6rdersch\u00e4chte 2 und 5 angeschlossen waren. Die Kohlenw\u00e4sche wurde in den Jahren 1938\/39 umgebaut und modernisiert. Der Durchsatz wurde auf 400 t\/h erh\u00f6ht. Eine Schlagwetterexplosion auf der Schachtanlage 1\/2\/5 am 23. September 1939 forderte 20 Tote und 19 Bergleute wurden verletzt. In der Folge entstand ein Grubenbrand, so dass ganze Abteilungen abgemauert werden mussten, um die Sauerstoffzuf\u00fchrung zum Brandherd zu unterbrechen. Eine weitere Innovation war im August 1942 der erstmalige Einsatz eines Kohlenhobels im Ruhrbergbau. Der Ansto\u00df kam vom Werksdirektor Bergassessor Lange. Der von der Gewerkschaft Westfalia L\u00fcnen gefertigte Schnellhauer war bis zur Kriegszerst\u00f6rung der Zeche Hannibal im Fl\u00f6z Pr\u00e4sident ohne Unterbrechung im Einsatz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kohlenhobel wird \u00fcber Seile und Winden in der einen Richtung am Kohlensto\u00df entlang gezogen und die Kohle wird abgesch\u00e4lt. Beim Zur\u00fcckfahren des Hobels wird die Gasse von der Kohle ges\u00e4ubert, und die Kohle wird \u00fcber eine Rampe auf das F\u00f6rdermittel geschoben. Nach einem Durchlauf wird der Hobel durch hydraulische Stempel wieder an den Kohlensto\u00df gedr\u00fcckt. Der Ausbau des Strebs in den 1940er Jahren erfolgte noch mit Holz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vorher wurde im Wesentlichen der pneumatische Abbauhammer zur Kohlengewinnung eingesetzt, der Ursache von Erkrankungen der Bergleute war. Neben der Erh\u00f6hung der Schichtleistung wurde als Argument f\u00fcr die Verwendung des Hobels eine Arbeitserleichterung und Erhaltung der Arbeitskraft des Hauers genannt. Beim Auffahren der Richtstrecke zwischen den beiden Schachtanlagen der Zeche Hannover auf der 950-m-Sohle f\u00fchrte zu einem erheblichen Wassereinfall, und Teile der Zeche wurden bis auf eine Teufe von 850 m \u00fcberflutet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover6.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2179\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover6.jpeg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover6-300x201.jpeg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover6-768x515.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Krieg waren bis zu 2000 Zwangsarbeiter auf der Schachtanlage t\u00e4tig. Noch bis Mitte 1944 konnte die F\u00f6rderung der Zechen Hannover-Hannibal im Wesentlichen aufrechterhalten werden. Auf die Schachtanlagen wurden 31 Luftangriffe geflogen, wobei 500 Spreng- und 5000 Brandbomben die Tagesanlagen trafen. Schwer getroffen wurden die Zechen bei den Luftangriffen am 25. Juli und am 18. November 1944. Die Zeche Hannibal war nahezu vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt worden und Hannover wurde schwer besch\u00e4digt. Auf der Anlage Hannibal kam wegen der v\u00f6llig zerst\u00f6rten Tagesanlagen die F\u00f6rderung von November 1944 bis Juni 1945 zum Erliegen. Nur die Hilfsf\u00f6rderung auf Hannibal 4 war noch betriebsbereit, w\u00e4hrend die anderen vier F\u00f6rdermaschinen auf Schacht 1, 2 und 3 schwer oder ganz zerst\u00f6rt waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von den 28 Dampfkesseln konnten nach dem Krieg nur vier kurzzeitig wieder in Betrieb genommen werden. Auf Hannover 1\/2 war das erst 1940 errichtete Wohnheim f\u00fcr Berglehrlinge und das Haus der Grubenrettung vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt worden. Das Mauerwerk von Schacht Hannibal 1 wurde durch unkontrolliert einstr\u00f6mendes Wasser ausgewaschen. Um die Standfestigkeit des benachbarten Schacht 5 zu sichern, wurde Schacht 1 bis zu einer Teufe von 400 Meter verf\u00fcllt und anschlie\u00dfend wurde der Schacht bis zur 750 Meter Sohle erneut abgeteuft. Die Kriegssch\u00e4den betrugen 47 Millionen Reichsmark.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 10. April wurde Bochum von den amerikanischen Truppen besetzt und die Zechen wurden unter amerikanische Aufsicht gestellt, die bis 1948 w\u00e4hrte. Die beiden Hochdruckdampfkessel in dem Kraftwerk Hannover und die Dampf- und Druckluftversorgung wurden als erste Ma\u00dfnahme wieder instand gesetzt. Weiterhin wurde die s\u00fcdliche F\u00f6rderung von Schacht Hannover 5 wieder aufgebaut und die Sch\u00e4den am Grubenl\u00fcfter Schacht Hannover 1 wurden behoben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits am 13. April 1945 konnte die Batterie II der Kokerei Hannover wieder angefahren werden und die Abgabe von Kokereigas an die Stadt Wanne-Eickel konnte am 22. September 1945 wieder aufgenommen werden. Auf der Anlage Hannibal wurden an 19 Flammrohrkesseln die Kriegssch\u00e4den beseitigt, um die Dampfversorgung f\u00fcr die F\u00f6rdermaschinen und Druckluftkompressoren zu sichern. Die Kokerei Hannibal wurde jedoch wegen der vollst\u00e4ndigen Zerst\u00f6rung nicht mehr wieder aufgebaut.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover7.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2180\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover7.jpeg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover7-300x201.jpeg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover7-768x515.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 18. Dezember 1947 wurde die in den Kriegsjahren nicht realisierte Vierseilf\u00f6rderung erstmals in der Welt am Schacht Hannover 2 in Betrieb genommen. Die neue F\u00f6rdereinrichtung wurde zukunftsweisend f\u00fcr eine Endteufe von 1400 Meter ausgelegt, bei einer Nutzlast des Korbes von 12 Tonnen. Im Falle einer Einseilausf\u00fchrung war ein Seildurchmesser von 90 mm berechnet worden. Man bef\u00fcrchtete, diesen Seildurchmesser nicht mehr handhaben zu k\u00f6nnen. Gef\u00e4hrlichen Drallkr\u00e4fte wurden bef\u00fcrchtet, die zu einer starken Reibung zwischen Korbf\u00fchrung und Spurlatten f\u00fchren und deren schnellen Verschlei\u00df bewirken k\u00f6nnten. Daher entstand die Innovation, die Kr\u00e4fte auf mehrere Seile zu \u00fcbertragen. Dar\u00fcber hinaus konnte man nun auf eine Fangvorrichtung f\u00fcr den F\u00f6rderkorb verzichten, da bei dem Bruch eines Seils die verbliebenen Seile immer noch ausreichend dimensioniert sind, um den Korb zu halten. F\u00fchrend bei dieser Entwicklung war der Direktor des Bergwerks Gewerkschaft Rossenray, Oberingenieur Otto W\u00fclfing.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 1947 waren die gravierendsten Kriegssch\u00e4den auf der Anlage Hannover 1\/2\/5 und Hannover 3\/4 beseitigt. Der dritte, im Krieg nicht mehr zu Ende gebaute Hochdruckkessel des Kraftwerkes Hannover wurde in Betrieb genommen. Ende 1947 konnte die Batterie 1 der Kokerei angeheizt werden. Auf der Schachtanlage Hannibal wurden Hochdruckverdichter aufgestellt, die einen Enddruck von 200 bar erreichten und f\u00fcr die Versorgung der Speicher der Druckluftlokomotiven unter Tage vorgesehen waren. Mit ausreichender Kapazit\u00e4t an Hochdruckluft wurde unter Tage der Lokomotivantrieb von Dieselkraftstoff auf Druckluft umgestellt. Ferner wurde eine neue Waschkaue mit Magazin und Lampenstube auf der Anlage Hannibal errichtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1949 wurde auf Hannover die 950 m-Sohle hergerichtet und der Schacht 2 vor\u00fcbergehend f\u00fcr die weitere Teufung au\u00dfer Betrieb genommen. Im Kraftwerk Hannover wurde ein vierter Hochdruckdampfkessel (80 t\/h bei 84 bar) angefahren. Im Anschluss konnten die alten und unwirtschaftlich gewordenen vier Steilrohrkessel stillgelegt werden. 1951 wurden die Feuerungen der Kessel VII und VIII von Rostfeuerung (Martin-Roste) auf Staubfeuerung mit fl\u00fcssigem Schlackeabzug umgebaut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Grubengleisnetze von Hannover und Hannibal hatten verschiedene Spurweiten. Nach langer Planung und im Rahmen der Wiederinbetriebnahme von Schacht Hannibal 1 mit zugeh\u00f6rigem Wagenumlauf erfolgte 1949 die Anpassung der Spurweiten. Auf der Anlage Hannibal wurde ein elektrisch angetriebener Turboverdichter f\u00fcr die Druckluftversorgung aufgestellt, so dass die alten dampfangetriebenen Verdichter nur noch als Reserveaggregate genutzt wurden. Die Kokerei Hannover wurde 1949 weiter ausgebaut und als Zentralkokerei gef\u00fchrt. Im Jahr 1950 konnte am Schacht 2 (Vierseilf\u00f6rderung) die F\u00f6rderung von der 950-m-Sohle aufgenommen werden. An der Riemker Stra\u00dfe wurde eine moderne Landabsatzstelle in Betrieb genommen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"900\" height=\"603\" src=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover8.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2181\" srcset=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover8.jpeg 900w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover8-300x201.jpeg 300w, https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/zeche_hannover8-768x515.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Zeit des Wiederaufbaus wurden die Zechen weiter von dem Direktor Fritz Lange gef\u00fchrt, dessen Stelle sp\u00e4ter Erich Ricken \u00fcbernahm. In die Nachkriegszeit f\u00e4llt insbesondere die Errichtung von Wohnraum. 1952 wurde am Bahnhof Wanne-Eickel-S\u00fcd an der Magdeburger Stra\u00dfe ein Gesundheitshaus f\u00fcr die Werksangeh\u00f6rigen gebaut. 1952 wurden von dem Kraftwerk Hannover Ferndampfleitungen nach Hannover 3\/4 und Hannibal verlegt, so dass die alten Kesselh\u00e4user stillgelegt werden konnten. Auf der Schachtanlage Hannibal II wurde die Lehrwerkstatt wieder aufgebaut und ein gr\u00f6\u00dferes Werkstattgeb\u00e4ude errichtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zuge der Rationalisierung und Reduzierung der F\u00f6rderquoten wurde die F\u00f6rderung der Kruppzechen auf dem Schacht Hannover 2 konzentriert. In den Schacht wurde eine Skipf\u00f6rderung mit 24-t-Gef\u00e4\u00dfen eingebaut. Im Jahr 1967 \u00fcbernahm dann Schacht Hannover 2 die gesamte F\u00f6rderung der Zechen Hannover, Hannibal, K\u00f6nigsgrube, Vereinigte Constantin der Gro\u00dfe und Mont Cenis, die unter dem Namen Bergwerk Bochum zusammengefasst wurden. An dem F\u00f6rderstandort wurden die Tagesanlagen sowie die Waschkaue erweitert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1969 wurden auch die Kruppzechen in die Ruhrkohle AG eingebracht. Im Rahmen der R\u00fccknahme der Kohlenf\u00f6rderung wurde im Januar 1971 beschlossen, das Bergwerk Bochum 1973 stillzulegen. Die beiden G\u00fcnnigfelder Sch\u00e4chte Hannover 3 und 4, die noch der Bewetterung dienten, wurden bereits 1972 verf\u00fcllt. Am 31. M\u00e4rz 1973 wurde das Bergwerk unter der Leitung von Erich Ricken als letzter Bochumer F\u00f6rderstandort stillgelegt. Der Erhalt des Malakowturms mit eingezogenem Schachtger\u00fcst aus dem Jahr 1873 \u00fcber dem Schacht Hannover 3 stand noch zur Disposition; allerdings konnten die Bef\u00fcrworter den Erhalt nicht durchsetzen. Der F\u00f6rderturm wurde 1975\/76 abgerissen. Von der Anlage Hannover 3\/4\/6 sind keine baulichen Einrichtungen erhalten. Einzig die Zufahrtsstra\u00dfe aus Kopfsteinpflaster besteht noch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Urspr\u00fcnglich sollten die Anlagen und Geb\u00e4ude auf der Anlage Hannover 1\/2\/5 ganz abgerissen werden. Dem Erhalt der Zwillingsdampff\u00f6rdermaschine aus dem Jahr 1878 an dem Schacht 1 ist es zu verdanken, dass dieser Teil der Schachtanlage sowie das L\u00fcftergeb\u00e4ude erhalten und restauriert wurden. Im Gegenzug wurde der Erhalt des Malakowturms \u00fcber dem Schacht Hannibal 2 aus finanziellen Erw\u00e4gungen aufgegeben und der Turm wurde 1978\/79 abgebrochen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der erhaltene Teil der Zechenanlagen wird als Museum genutzt. Der Malakow-Turm \u00fcber Schacht I und das Maschinenhaus sind erhalten. Das Grubenl\u00fcftergeb\u00e4ude wird als Cafeteria genutzt. Neben dem Geb\u00e4ude stehen zwei Diffusoren, \u00fcber die die Abwetter vom Grubenl\u00fcfter in die Atmosph\u00e4re geleitet wurden. H\u00f6hepunkte eines Besuch im LWL-Industriemuseum sind der Malakow-Turm, der begangen werden kann, und die Dampfmaschine mit Treibscheibenf\u00f6rderung von 1893. Die F\u00f6rdermaschine wurde restauriert und kann mit einem Elektromotor in Gang gesetzt werden. Sie ist die \u00e4lteste am Originalstandort erhaltene Dampfmaschine des Steinkohlenbergbaus im Ruhrgebiet. Im Maschinenhaus zeigt das LWL-Industriemuseum w\u00e4hrend der Sommer\u00f6ffnungszeiten Ausstellungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dem Museumsgel\u00e4nde hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Museumstr\u00e4ger 2001 das Kinderbergwerk \u201eZeche Knirps\u201c er\u00f6ffnet, dessen \u201aSchacht\u2018 auf dem Standort des ehemaligen Schachtes 5 steht. In Teamarbeit lernen Kindergruppen hier, wie ein Bergwerk funktioniert. Alle zwei Jahre finde auf dem Zechengel\u00e4nde das Dampftreffen Dampf-Festival im Ruhrgebiet statt, bei denen stra\u00dfengebundene Dampffahrzeuge aus mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern unter Dampf pr\u00e4sentiert wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Ensemble von drei privat gebauten Siedlungsh\u00e4usern aus den 1890er Jahren konnte vom LWL-Industriemuseum erhalten werden und wird in das Museum der Zeche Hannover einbezogen. Die H\u00e4user verf\u00fcgten urspr\u00fcnglich \u00fcber je 131 Quadratmeter Wohnraum und boten Platz f\u00fcr vier bis f\u00fcnf Wohnungen. Ein Haus ist heute ann\u00e4hernd im Originalzustand von 1890\/91 erhalten. Die anderen wiesen nach dem Zweiten Weltkrieg einen hohen Schadensgrad auf und wurden beim Wiederaufbau 1949\/50 teilweise ver\u00e4ndert. Seit 1997 sind die drei Geb\u00e4ude ein eingetragenes Denkmal und stehen heute im Besitz des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Info f\u00fcr Besucher<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zeche Hannover<br>G\u00fcnnigfelder Str. 251, 44793 Bochum<br>Koordinaten: 51\u00b030&#8217;20.5&#8243;N 7\u00b009&#8217;45.4&#8243;E<br><a href=\"https:\/\/zeche-hannover.lwl.org\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.zeche-hannover.lwl.org\/de\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fotos: Frank Vinzenz\/CC BY-SA 3.0<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zeche Hannover in Bochum war ein Steinkohle-Bergwerk und ist heute ein Standort des Westf\u00e4lischen Industriemuseums vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe. 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