{"id":1519,"date":"2019-03-17T11:40:00","date_gmt":"2019-03-17T10:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/?p=1519"},"modified":"2026-09-14T07:03:03","modified_gmt":"2026-09-14T05:03:03","slug":"das-signal-von-philipp-knauss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/kurzgeschichten\/das-signal-von-philipp-knauss\/","title":{"rendered":"Das Signal \u2013 Von Philipp Knauss"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es war ein sehr kleiner Vogel, der an einem lauen Sommernachmittag zuckend vor unserem Haus lag. Ich hatte den dumpfen Schlag gegen die Fensterscheibe deutlich geh\u00f6rt. Schon von weitem sah man, dass sein winziges R\u00fcckgrat seitlich abgeknickt war. Als ich mich \u00fcber ihn beugte, blickte ich durch ein riesiges Loch in sein Inneres, wie bei einer mechanischen Armbanduhr mit Glasfensterchen, durch das man die Zahnr\u00e4der ineinander greifen sieht. Es war ein Sperling. Ein Objekt liegt hier vor mir. Ein Objekt f\u00fcr eine wissenschaftliche Untersuchung. Es kann nicht fliehen, und jemand hat es bereits ge\u00f6ffnet. Ich soll wohl etwas lernen an diesem sonst so ereignislosen Ferientag. Eine Lektion in Sachen Anatomie von Wirbeltieren. Sieht wie ein sauberer Schnitt aus. Nirgendwo ist Blut zu sehen. Wie gro\u00df ist eigentlich die Lunge eines Sperlings? Atmet der jetzt durch den Schnabel oder durch das Loch? Kann man sehen, wie sein Herz schl\u00e4gt? Vielleicht sollte die Lektion des heutigen Tages aber doch in einem anderen Fach erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich h\u00f6rte eine alte Frau mit junger Stimme rufen. Leg ihn doch irgendwo ins Gr\u00fcne! Meine Gro\u00dfmutter hatte bis ins hohe Alter die Stimme einer jungen Frau. Kein Kr\u00e4chzen oder sonores Schnurren, das auf alte Stimmb\u00e4nder in einem alten Kehlkopf schlie\u00dfen l\u00e4sst. Sie hatte ihre Stimme geschont, wie sie auch sonst sehr schonend mit den Ressourcen ihres Organismus umgegangen war. Ein Leben lang. Kein Sport. Kein \u00fcberm\u00e4\u00dfiges Trinken. Kein Rauchen. Und garantiert kein Verschlei\u00df durch hartes Arbeiten. Ich habe sie nie schreien geh\u00f6rt. Manchmal erhob sie die Stimme, um ihre Tochter zu rufen. Klar und druckvoll. Sie hatte ihrer Tochter einen Namen gegeben, den man gut rufen konnte, mit einer kleinen Melodie. Katharina. Bestimmt h\u00e4tte sie gut singen k\u00f6nnen, wenn sie gewollt h\u00e4tte. Sie wollte aber nicht. Sie sparte ihren Atem auf. F\u00fcr schlimme Zeiten. Und die kamen f\u00fcr sie.<br>Nat\u00fcrlich, f\u00fcr sie war das Problem gel\u00f6st, wenn der Vogel irgendwo hinter B\u00fcschen im Gr\u00fcnen lag. Im Gr\u00fcnen kann er in Ruhe sterben. In Ruhe sterben! Von wegen! Wir h\u00e4tten unsere Ruhe, aber der Vogel w\u00fcrde langsam qualvoll verrecken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damals, als die Demenz nur zu erahnen war, f\u00fchlte ich mich ihr \u00fcberlegen. K\u00f6rperlich sowieso, ich war immerhin schon elfeinhalb, geistig auch, ich hatte gerade meinen ersten richtigen Roman gelesen, und jetzt auch noch moralisch. Sp\u00e4ter f\u00fchlte ich vor allem ein trauriges und entsetztes Mitleid f\u00fcr sie, so wie an jenem Nachmittag f\u00fcr den Vogel. Ich war ein Mann der Tat. Zumindest wollte ich mal einer werden, und das war eine Bew\u00e4hrungsprobe auf dem Weg dahin. Ich h\u00f6rte die Melodie. Die Tochter kam herbei. In meinem R\u00fccken wurde aufgeregt palavert, was jetzt zu tun sei.<br>Ich blickte auf den Vogel. Der winzige K\u00f6rper pulsierte. Wenn meine Tat etwas Heldenhaftes haben sollte, dann konnte ich mich nicht weiter von allerlei Gedanken ablenken lassen. Der Haufen Pflastersteine lag nur einen Meter entfernt. Ich kniete vor dem Vogel und umfasste den Stein fest mit beiden H\u00e4nden. Wieder ein dumpfer Schlag. Die flache Unterseite hat den K\u00f6rper sehr gleichm\u00e4\u00dfig zerquetscht. Die M\u00f6glichkeit, anatomische Studien an dem Objekt durchzuf\u00fchren, war damit beendet. Irgendwas hat mir die Hose versaut. Aber es ging schnell. Daf\u00fcr ein Fleck auf dem Boden und an meiner Hose. N\u00e4chstes Mal passe ich besser auf. Zum Dank f\u00fcr meine kleine Heldentat durfte ich jetzt eklige Spuren beseitigen. Ich haderte ein bisschen mit dem ungerechten Gott der V\u00f6gel, wo ich doch gerade einem seiner Gesch\u00f6pfe gro\u00dfe Barmherzigkeit habe widerfahren lassen. Kl\u00e4gliche Reste landeten auf dem Kompost.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es mag ungef\u00e4hr f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter gewesen sein, da musste ich wieder ein Tier t\u00f6ten. Diesmal hatte unsere Katze eine Maus auf das Furchtbarste zugerichtet. In diesen Minuten war die rabenschwarze Mathilda wirklich ein Gesch\u00f6pf der H\u00f6lle, eine Sklavin Satans, die sich f\u00fcr all die Heimsuchungen des Aberglaubens, f\u00fcr all die Fu\u00dftritte und Scheiterhaufen, f\u00fcr all das Leid r\u00e4chte, das ihren Vorfahren Jahrhunderte lang widerfahren war.<br>Eine Maus. Ein Sperling. Man k\u00f6nnte meinen, bei so kleinen Tieren gibt es nur zwei Zust\u00e4nde: quietschlebendig und hektisch damit besch\u00e4ftigt, das Abenteuer des eigenen, kurzen Lebens zu bestreiten \u2013 und tot. Mausetot. Doch es gibt auch hier alle Zwischent\u00f6ne, und diese Maus, deren Lebensende darin bestehen sollte, f\u00fcr ein paar Minuten einer satten Katze an einem sonnigen Nachmittag als Folterspielzeug zu dienen, hatte das Schlimmste schon hinter sich. Ganze St\u00fccke waren aus ihr heraus gebissen worden. Sie schleppte sich nur noch langsam vorw\u00e4rts und zog dabei ein winziges Kn\u00e4ul aus Ged\u00e4rmen hinter sich her. Mathildas Interesse begann gerade zu erlahmen. Ich habe sie zuerst nicht richtig getroffen und musste mehrere Male mit dem Spaten zustechen. Danach war nicht mehr viel \u00fcbrig zum Entsorgen, und so habe ich die Maus irgendwie an Ort und Stelle in den Boden gestampft. Wenn es um schnelles, schmerzfreies T\u00f6ten geht, ist der Pflasterstein effektiver.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Fall, dass viele unterschiedliche Disziplinen zusammenarbeiten wollen, braucht man einen Koordinator. In unserem Team, das mal aus 14 Leuten bestand, war ich dieser Koordinator. Dr. Harald Boih besprach daher auch alles ausschlie\u00dflich mit mir. Er war kein Teamspieler. Aber wenn Sie mich fragen, war er der gr\u00f6\u00dfte Neurologe aller Zeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">17 Jahre dauerte unser Projekt. Wir waren alle etwas abgestumpft durch die vielen Tierversuche im Vorfeld. Tote M\u00e4use, tote Ratten, tote Schweine, tote Affen. Das Experiment seines Lebens. Dr. Boih, sein Lebenswerk, sein Abschiedsgeschenk an all die Kritiker und Skeptiker da drau\u00dfen. Drau\u00dfen, das war in den letzten Jahren seines Lebens praktisch die gesamte Welt au\u00dferhalb des Labors. Sie bestand f\u00fcr ihn fast nur noch aus Erinnerung. Er musste auch keine \u00f6ffentlichen Termine mehr wahrnehmen. Ab und zu die Presse.<br>Dr. Hiller, der Abteilungsleiter der Ezon Neo AG, die das gesamte Projekt, alle Mitarbeiter, Ausr\u00fcstung und Materialien finanzierte, legte wie auf Kommando seine hohe Stirn in Falten und strich regelm\u00e4\u00dfig, also einmal im Jahr, einen der Mitarbeiter raus. Die hatten keinen blassen Schimmer davon, was wir all die Jahre taten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Drittmittelprojekt mit einem der gr\u00f6\u00dften Pharmakonzerne der Welt klingt erst mal wie eine feine Sache, wenn man mit nur m\u00e4\u00dfigem Abschluss in Biologie eine Stelle im Team des gro\u00dfen Dr. Boih angeboten bekommt. Ich habe keine Sekunde gez\u00f6gert, trotz der miserablen Bezahlung. Nach einem Jahr habe ich s\u00e4mtliche repr\u00e4sentativen Aufgaben f\u00fcr das Projekt \u00fcbernommen.<br>Im f\u00fcnften Jahr unseres Projekts sa\u00df ich also wieder vor dem Ehrfurcht gebietenden Schreibtisch im 19. Stock und habe ganz kurz nur dieses Runzeln auf der Stirn von Dr. Hiller gesehen. Ich glaube, er hatte bereits im zweiten Jahr gemerkt, dass sie von uns au\u00dfer ein bisschen PR nicht viel zu erwarten hatten. Boihs Ruhm begann zu verblassen. Er war alt und krank und sonderbar. Schnell gl\u00e4tteten sich Dr. Hillers Gesichtsz\u00fcge wieder. Gut, gut, gut, wir sind also noch zu neunt. Gut, du Arschloch, lass uns einfach in Ruhe arbeiten, denke ich bei mir. Nein, belastbare Ergebnisse erst im n\u00e4chsten Jahr. Ja, ja, ja. Wir machen eine Pr\u00e4sentation.<br>Wenn die Presse anfragt, bin ich besser.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDer Herr dort hinten, im braunen Jackett.\u201c<br>\u201eFerdinand Kraus, FAZ. Ich h\u00e4tte eine Frage an Dr. Boih pers\u00f6nlich. Herr Dr. Boih, k\u00f6nnen Sie uns noch mal erkl\u00e4ren, was die Aufsehen erregenden Thesen in Ihrem Buch mit dem Ansatz Ihres aktuellen Forschungsprojekts zu tun haben. Ich erkenne da nur schwer einen Zusammenhang. Eine Schnittstelle zum Gehirn, Datenaustausch, das klingt mir ganz so, als h\u00e4tten Sie pl\u00f6tzlich die Seiten gewechselt und w\u00fcrden jetzt Ihren von Ihnen als dumpfe Ideologen verp\u00f6nten Forschungskollegen das Wort reden.\u201c<br>\u201eJunger Mann, es mag Ihnen sonderbar erscheinen, fast widerspr\u00fcchlich, doch ich kann wahrlich nichts daf\u00fcr, dass Sie anscheinend nicht alle Implikationen meiner Thesen erfassen und verstehen k\u00f6nnen. Ich empfehle Ihnen die Einf\u00fchrungsveranstaltung zur experimentellen Neurologie bei meinem gesch\u00e4tzten Kollegen Prof. Dr. Kurt Wirth in Heidelberg. Dann kommen Sie wieder und stellen eine weniger banale Frage, deren Beantwortung nicht unser aller Zeit verschwenden w\u00fcrde.\u201c<br>In solchen F\u00e4llen musste ich einspringen. Boih war eine wandelnde Zumutung. Er hasste Journalisten. Und die subalternen Speichellecker von der Pharmaindustrie. Und deren Vorst\u00e4nde, die hasste er auch. H\u00e4tten gute Forscher werden k\u00f6nnen, sagte er manchmal, waren aber scharf auf dicke Vorstandsgeh\u00e4lter, die Dr\u00fcckeberger. Des Weiteren hasste er Frauen im Allgemeinen und die Putzfrauen im Institut im Speziellen. Die wollten einfach nicht kapieren, dass sie dort nichts zu suchen und schon gar nichts zu putzen hatten.<br>\u201eWas Dr. Boih zu sagen versucht, Herr\u2026\u201c<br>\u201eKraus, FAZ.\u201c<br>\u201eLieber Herr Kraus, ich werde mich bem\u00fchen, den vermeintlichen Widerspruch aufzukl\u00e4ren und Ihnen erl\u00e4utern, worum es bei der Experimentreihe geht. Die Verbindung von neuronalen Netzwerken mit elektronischen Bauteilen steckt noch in den Kinderschuhen. Zwar sind wir bereits seit einiger Zeit in der Lage, Synapsen sehr differenziert zu stimulieren, ich erinnere dabei immer wieder gerne an den allseits bekannten und in der Humanmedizin seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzten Herzschrittmacher oder denken Sie an Beispiele aus j\u00fcngerer Zeit wie die implantierten Retinachips. Blinde k\u00f6nnen wieder sehen! Schemenhaft, aber sie sehen. Doch es handelt sich dabei im Sinne der Kommunikation von neuronalen, also organisch gewachsenen und elektronischen, also vom Menschen k\u00fcnstlich hergestellten Netzwerken, praktisch um eine Einbahnstra\u00dfe. Ab einer bestimmten, bereits sehr kleinen Neuronenanzahl wird das Impulsfeuerwerk so gewaltig und bisher scheinbar vollkommen chaotisch, dass wir ganz und gar nichts damit anfangen k\u00f6nnen. Genau dort setzten wir an. Wir wollen den Knoten entwirren. Bei sch\u00e4tzungsweise hundert Billionen Synapsen des menschlichen Gehirns keine leichte Aufgabe. Dazu ben\u00f6tigen wir eine Schnittstelle an einer Erfolg versprechenden Stelle an dem Gehirn eines lebenden Versuchsobjekts, dann werden Daten gesammelt und gespeichert, dann mit einem Code entschl\u00fcsselt und interpretiert. Dieses Vorhaben steht in keiner Weise im Widerspruch zu den Thesen des Professors.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eJens Rubenbauer, Fachzeitschrift Neurologie. Dr. Boih, viele kritische Stimmen meinen, das Geheimgebaren im Zusammenhang mit Ihren Forschungen und Ihr radikaler R\u00fcckzug aus der \u00d6ffentlichkeit seien ein reiner PR Schachzug um von der Tatsache abzulenken, dass Ihre Forschungen ins Leere laufen. Und ich meine nicht nur kritische Stimmen unter Ihren Kollegen auf der Gegenseite, sondern \u2013 wie mir von verl\u00e4sslichen Quellen mitgeteilt wurde \u2013 auch unter Mitarbeitern von Ezon Neo.\u201c<br>In solchen F\u00e4llen blickte Boih kurz zu mir, dann gelangweilt nach oben, an die Decke und z\u00e4hlte die Leuchtstoffr\u00f6hren. Mit halbem Ohr h\u00f6rte er mich dann Dinge sagen wie:<br>\u201eLieber Herr \u2026\u201c<br>\u201eRubenbauer, Fachzeitschrift Neuro\u2026\u201c<br>\u201eLieber Herr Rubenbauer, ich kann das gro\u00dfe Interesse der \u00d6ffentlichkeit an unseren Forschungsvorhaben sehr gut nachempfinden und wir sind uns in unserem Team nat\u00fcrlich voll und ganz dar\u00fcber im Klaren, dass kontrovers diskutierte Methoden und Ziele unserer Forschung besondere Aufmerksamkeit erregen, aber seien Sie versichert, wenn die Zeit gekommen ist, wenn signifikante Ergebnisse zu berichten sind, werden wir ausf\u00fchrlich Bericht erstatten.\u201c<br>Bla bla bla.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich wei\u00df nicht mehr genau, ab wann mir klar wurde, dass Boih wirklich etwas vorhatte, das nicht nur gegen geltendes Recht und die guten Sitten versto\u00dfen w\u00fcrde, etwas so Ungeheuerliches, dass wohl einige seiner Mitarbeiter sofort fluchtartig das Team verlassen h\u00e4tten, wenn sie geahnt h\u00e4tten, worauf das alles hinausl\u00e4uft. Bei mir liefen die F\u00e4den zusammen, ich hatte den \u00dcberblick. Ich h\u00e4tte es wissen m\u00fcssen. Ich gebe es zu, ich wollte es nicht beenden. Ich wollte, dass es gelingt. Ich war vom Virus des Wissenshungers infiziert. Ich mag ein mittelm\u00e4\u00dfiger Wissenschaftler gewesen sein, aber einer, der nach Erkenntnis strebt. Und die Aussicht war verlockend.<br>Im Laufe der Jahre nahm das mediale Interesse stetig ab, bis es vollends versiegte. Ich war nur froh, dass diese Journalisten nicht wirklich etwas von unserem Projekt verstanden haben und abgesehen von ein paar fortschrittsfeindlichen Spinnern keiner all zu sehr auf den Tierversuchen rumgeritten ist.<br>Als Boihs K\u00f6rper seinen Dienst quittierte, waren wir noch zu sechst. Hinter all der Betroffenheit der riesigen Kondolenzgemeinde war eine unverhohlene Erleichterung zu sp\u00fcren: Endlich. Jetzt muss man ihm keinen Hahn mehr zudrehen, er konnte ehrenvoll abtreten, ohne Misserfolg, Skandal, Blamage. Sein guter Ruf und der gute Ruf der Fakult\u00e4t, darum ging es.<br>Diese Narren! Das Ende war der Anfang!<br>Ich werde Ihnen erl\u00e4utern, woraus unser Experiment bestand. Ich werde es im Detail darlegen. Dann werden Sie vielleicht verstehen, warum ich tun musste, was ich tat. Sie werden das Ausma\u00df meiner Schuld verstehen.<br>Ich werde Ihnen auch gleich zu Anfang sagen, was damals nicht nach Plan verlief: Dr. Boih starb zu fr\u00fch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er hat seinen Kampf gegen den Krebs nur halbherzig gef\u00fchrt. Schon immer hatte er sich viel zu wenig f\u00fcr sich selbst und seinen alten, gebrechlichen K\u00f6rper interessiert. Er mochte keine Fragen nach seinem Gesundheitszustand. Also fragte niemand. Im Team waren wahrlich gro\u00dfe Mediziner. Aber sie waren keine \u00c4rzte. Mediziner wie der Neurochirurg Bastian J\u00e4ger. Seine enormen Fortschritte t\u00e4uschten uns \u00fcber die Probleme bei der Kryptologie hinweg. Er konnte die lebensnotwendigen Organe und das Gehirn der Schweine \u00fcber ein halbes Jahr am Leben erhalten. Bei den Pavianen gab es erst ein paar Probleme, weil umfangreiche Stresssymptome auftraten, doch als Boih starb, war die Paviandame Jenni bereits drei Jahre tot. Der Nervus Hypoglossus ihres Gehirns feuerte immer noch wie ein Makrelenschwarm. Bastian hat auch die gro\u00dfe Operation geleitet, mit der alles begann.<br>Das war vor zw\u00f6lf Jahren.<br>Zum Gl\u00fcck starb er nicht pl\u00f6tzlich. So l\u00e4uft das nicht bei Krebs. Boih selbst gab den Takt vor. Er sagte: Noch ein Jahr, wir m\u00fcssen uns sputen.<br>Die Monate vergingen. Als mir klar wurde, dass wir bei der Entschl\u00fcsselung der Daten noch l\u00e4nger brauchen werden, sicher ein Jahr mehr, traf ich eine Entscheidung. Ich log. Ich erz\u00e4hlte Boih von einem Durchbruch bei dem Pyramidalverfahren, an dem unser Code-Genie Michael M\u00fcller schon seit seiner Doktorarbeit bastelte. Niemand au\u00dfer ihm hat da je durchgeblickt. Nicht die Freunde aus seinem Algebraclub, geschweige denn irgendein anderer im Team. Auch nicht seine zwei Assistenten, als es sie noch hatte. Heiner und Tim. Beide nat\u00fcrlich mit Pr\u00e4dikatsexamen. Dr. Hiller hatte sie folgerichtig auch als erste entsorgt. Jetzt haben beide einen Doktortitel und verdienen irgendwo in der Finanzbranche das gro\u00dfe Geld.<br>Als die Nieren von Dr. Harald Boih dann komplett versagten, war alles vorbereitet. Wir gingen ins Allerheiligste hinter der Sicherheitsschleuse. OP und Habitat, geheim und sicher, vor allen Blicken gesch\u00fctzt. Bastian und unser An\u00e4sthesieexperte Karsten Boulay gaben ihm die ersten Spritzen. Bis zu seinem letzten Atemzug gab Boih Anweisungen. Ich sah nicht die geringste Angst in seinen stahlblauen Augen. Kein Wort des Abschieds. Genau wie jeden Tag der vergangenen sechs Jahre, die wir zusammen arbeiteten, meist bis tief in die Nacht. Normalerweise murmelte er etwas von Schwierigkeiten, Problemen, irgendwelchen Alternativen, die keiner verstehen w\u00fcrde, ging dann nach Hause, nur um am n\u00e4chsten Tag im gleichen Tenor weiter zu murmeln. \u201eAuf Wiedersehen\u201c und \u201eGuten Morgen\u201c waren des Smalltalks schon zu viel f\u00fcr ihn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich h\u00e4tte mich so gerne noch von ihm verabschiedet. \u201eBis Morgen\u201c h\u00e4tte ich gesagt. Doch es kam mir nicht \u00fcber die Lippen. Es sollte sein wie immer. Er geht und kommt am n\u00e4chsten Morgen wieder. Oft trug er noch das Hemd vom Vortag, dann hatte er die Nacht durchgearbeitet und \u00fcber etwas gebr\u00fctet. An den Tagen nach N\u00e4chten wie diesen machten wir normalerweise gro\u00dfe Fortschritte. Wenn Boih alleine mit sich war, war er am besten. Er kam auf Ideen. Nur ein Mann mit seinem funktionierenden Denkapparat und einem Problem. Es war herrlich.<br>In jener Nacht vor zw\u00f6lf Jahren waren wir dran mit dem Durcharbeiten. Herz-Lungenmaschine anschlie\u00dfen, Kopf mit dem Trennschleifer aufs\u00e4gen, Gehirn raus, ins Gelee, Blutgef\u00e4\u00dfe verbinden. Wenn ein Mensch stirbt, ver\u00e4ndert sich der K\u00f6rper. Innerhalb von Sekunden beginnen Zersetzungsprozesse und das Gehirn nimmt als erstes Schaden. Wir mussten dem Gehirn vorgaukeln, dass der K\u00f6rper noch lebte.<br>Drei Tage nach Boihs Tod gab uns Bastian das Go. Wir hatten sofort ein Signal. Das Signal. Bis heute. Boihs K\u00f6rper war gestorben und beerdigt. Boihs Gehirn nicht. Die Datenmenge war enorm und wir speicherten alles. Wir verstanden nichts, aber wir speicherten alles. \u201eMachen wir weiter?\u201c fragten sie im Team. \u201eWeitermachen? Es geht jetzt los. Heute.\u201c Alle nickten.<br>\u201eDenkt daran, was ihr unterschrieben habt! Es darf kein Wort davon nach Au\u00dfen dringen! Kein Wort!\u201c Alle nickten.<br>Michael blickte zu mir her\u00fcber. Er wusste, dass es jetzt auf ihn ankam. Sein Blick verriet eine z\u00f6gerliche Zuversicht. Endlich war er ins erste Glied ger\u00fcckt. Er w\u00fcrde Geschichte schreiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch es wurde Routine. Am Anfang hatte ich mich vor allem um das Datenmanagement zu k\u00fcmmern. Wir beanspruchten pl\u00f6tzlich ein Vielfaches der bisherigen Datenleitung und brachten das Rechenzentrum des Instituts an seine Grenzen. Bastian und Karsten hatten eine Menge Probleme zu l\u00f6sen. Boihs Gehirn am Leben zu halten war um Einiges anspruchsvoller, als das von Jenni. Jenni war jung und gesund, als wir ihren Kopf aufs\u00e4gten. \u201eSie sp\u00fcrt Nichts!\u201c hatte uns Karsten gesagt. Auch wenn er eine g\u00e4nzlich andere Medikation einsetzte, als sp\u00e4ter bei Boih. Ich wollte es lieber nicht genau wissen damals. Arme Jenni, was geht in deinem Kopf vor? Ihr Signal verkam nach ein paar Stunden zu einem monotonen Rauschen und wir verzichteten schnell darauf, die Daten weiter aufzuzeichnen. Schlie\u00dflich wollten wir uns nicht mit einem toten Affen unterhalten, sondern mit einem toten Menschen. Es ging bei Jenni nur darum, die Technik zu testen. Die Pumpe, die Akkumulatoren f\u00fcr die stetige Stromzufuhr, die chemische Zusammensetzung und optimale Temperatur des Gelees.<br>\u201eSie wird Boih noch \u00fcberleben!\u201c sagte Karsten stolz. \u201eSie ist eigentlich mein Nobelpreis, nicht das hier. Schade, dass nie jemand davon erfahren wird.\u201c<br>Michael wurde immer stiller. Nicht, dass er vorher sehr gespr\u00e4chig gewesen w\u00e4re. Auf ihm lastete jetzt der gesamte Druck. Er arbeitete Tag und Nacht.<br>Doch mein Hauptproblem wurde Dr. Hiller. Ein Jahr nach Boihs Tod waren alle bis auf Karsten, Bastian, Michael und mich entlassen. Im Jahr darauf folgten Karsten und Bastian.<br>An unserem letzten gemeinsamen Abend sa\u00dfen wir vier um meinen Schreibtisch herum im Labor vor der Schleuse und tranken Bier. \u201eSollen wir es nochmal durchgehen?\u201c fragte Bastian. Nein. Ich hatte alle Handgriffe f\u00fcr alle F\u00e4lle einstudiert. Ich verstand nicht genau, was ich da tat, aber ich konnte es tun. Ich konnte alleine weitermachen und die Maschinen bedienen. Boihs Gehirn lag im Gelee. Durch die vielen Schl\u00e4uche konnte man kaum erkennen, was da unter dem dicken Glasfenster verborgen war.<br>\u201eRuf mich an, jederzeit.\u201c<br>\u201eKlar, danke, ich \u2013 wir \u2013 werden schon alleine zurecht kommen. Michael und ich.\u201c<br>Michael war noch schweigsamer als zuvor. Er wusste nat\u00fcrlich, dass seine Zeit auch kommen w\u00fcrde. Daher waren auch alle ganz erstaunt, als er sich erhob, um uns etwas mitzuteilen. Er glaubte, weil es ihm bis heute nicht gelungen war, auch nur ansatzweise eine Struktur, geschweige denn einen Sinn aus dem herauszulesen, was das Gehirn hinter der Schleuse im nobelpreisw\u00fcrdigen Hightech-Gelee 24 Stunden jeden Tag an Einsen und Nullen ins Rechenzentrum schickte, w\u00fcrden wir ihn als Wissenschaftler nicht mehr respektieren und ihn f\u00fcr einen Versager halten, der das ganze Experiment, die Arbeit von Jahren, zunichte machen w\u00fcrde. Das taten wir aber nie. Alle wussten, dass er neben Boih das einzige echte Genie im Team war. Doch es ging ihm um etwas ganz anderes.<br>\u201eDas Signal. Es hat sich ver\u00e4ndert. Seit letzter Woche.\u201c<br>Wir hatten jetzt zwei Jahre einen sehr gro\u00dfen, kontinuierlichen Datenstrom, der unz\u00e4hlige Festplatten mit vielen Petabyte f\u00fcllte. Je mehr, desto besser, hatte Michael uns zu Anfang gesagt.<br>\u201eEs ist ein Muster.\u201c<br>\u201eAber da ist doch gro\u00dfartig, ist es nicht das, was wir immer wollten? Ein Muster hinter dem ganzen Chaos? Du hast es gefunden! Wir haben es geschafft!\u201c<br>\u201eNein, es ist ein Muster geworden. Eine Schleife, die sich alle zwei Sekunden wiederholt. Dass das ein Muster ist, erkennt jeder Dreij\u00e4hrige.\u201c<br>\u201eWas bedeutet das?\u201c<br>\u201eDas bedeutet, dass wir immer noch nicht wissen, was es bedeutet. Und dass wir nicht wissen, was die Aufzeichnungen der Hirnstr\u00f6me der letzten zwei Jahre bedeuten. Wir wissen nichts. Ich wei\u00df nichts.\u201c<br>Michael hatte recht. Sein gesamtes Konzept der Datenkryptologie beruhte auf gro\u00dfen Datenmengen und dem stetigen Fluss neuer Daten.<br>\u201eDu kriegst von mir jedes Empfehlungsschreiben, das du brauchst. Jedes.\u201c Michael bedankte sich. Er war mir nicht b\u00f6se. Doch er wusste, dass er sein Genie verschenkt hatte. Verschenkt an ein totes Experiment. Ein geheimes, totes Experiment ohne Ergebnis. Wir waren am Ende.<br>Als wir uns verabschiedeten fragte Michael noch etwas. \u201eWisst ihr, was sensorische Deprivation ist?\u201c \u201eSensorische was? Warum fragst du?\u201c \u201eAch, nur so ein Gedanke\u2026\u201c Wir umarmten uns steif und jeder von uns torkelte seiner Wege.<br>Jahre sp\u00e4ter bin ich wieder \u00fcber den Begriff gestolpert in einem Artikel \u00fcber sogenannte wei\u00dfe Folter. In den 50ger Jahren hatten Psychologen Versuchsreihen mit Studenten abbrechen m\u00fcssen. Denen ging es nat\u00fcrlich urspr\u00fcnglich gar nicht darum, was Menschen aushalten k\u00f6nnen, geschweige denn um Folter. Sie haben die Studenten lediglich von s\u00e4mtlichen Sinneseindr\u00fccken befreit. Nicht h\u00f6ren, nichts sehen, nichts f\u00fchlen. Die hatten sogar ihre H\u00e4nde in irgendeiner Art Handschuh, damit sie nichts ertasten konnten. Nicht mal sich selbst.<br>Sie begannen zu halluzinieren, konnten keinen klaren Gedanken mehr fassen. Unwillk\u00fcrliche Erinnerungen vermengten sich mit Schreckensvisionen. Die meisten gaben nach ein paar Stunden auf, keiner hielt l\u00e4nger als eine Woche durch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit M\u00fche konnte ich f\u00fcr mich eine Viertelstelle rausschlagen bei Dr. Hiller. Ich durfte den Raum behalten und die Datenleitung, die Stromversorgung. Peanuts. Bis jetzt. Ganze zw\u00f6lf Jahre nachdem Boihs Sarg in die Erde gelassen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich ging jeden Abend r\u00fcber und sah nach dem Rechten. Einmal war ein Haustechniker drin, hinter der Schleuse, um die Luftsch\u00e4chte zu warten. Er hat nichts bemerkt. Ich hielt immer noch Kontakt zu allen in den kommenden Jahren. Wie gesagt, ich war der Kommunikator im Team. Au\u00dfer zu Michael. Er hatte ausdr\u00fccklich darum gebeten, in Ruhe gelassen zu werden.<br>Bastian fragte immer mal nach. \u201eWie geht\u2019s Jenni?\u201c<br>Er meinte nat\u00fcrlich jemand anderen.<br>\u201eJenni? Hervorragend, sie schwingt von Baum zu Baum in den ewigen Affenjagdgr\u00fcnden. Im Ernst, ich hab sie gehen lassen. Alles ausgeschaltet. Letztes Jahr. Die Energiekosten, du wei\u00dft schon.\u201c<br>\u201eKlar. Und wie geht\u2019s ihm?\u201c<br>\u201eIhm geht\u2019s gut. Er ist noch da. Es l\u00e4uft alles.\u201c<br>\u201eWahnsinn, nach so langer Zeit. Dass da nichts kaputt gegangen ist. Wir haben echt tolle Arbeit geleistet damals. Und das Signal?\u201c<br>\u201eWie immer. Ich mache alle paar Wochen einen Abgleich, dann \u00fcberspiele ich die alten Daten. Lohnt sich nicht, das zu speichern. Immer das Selbe alle zwei Sekunden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann kam der Tag, an dem Michael anrief. Der Tag oder besser gesagt, die Nacht, in der ich erkennen sollte, welch unglaubliche Tat wir begangen hatten. Und welchen Preis Boih f\u00fcr sein gro\u00dfes Experiment zahlen musste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich wurde durch das Telefonklingeln geweckt. Wir hatten uns seit Jahren nicht gesprochen. Er hatte die Datenaufzeichnungen der ersten Wochen mitgenommen und immer wieder daran gearbeitet. Es war klar, dass so einer nicht lockerlassen kann. Ich hatte die Hoffnung nie aufgegeben, dass er es irgendwann schaffen w\u00fcrde, den wirren Daten aus dem Neuronenhaufen, der mal ein Organ eines lebenden Menschen gewesen war, ihr Geheimnis zu entlocken. Ich war sofort hellwach. Es war zwei Uhr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er hatte mir eine Mail geschickt mit einem Programm und genauen Anweisungen f\u00fcr die Decodierung. Ich fragte ihn, ob das, was er entziffert hatte, denn irgend einen Zusammenhang erg\u00e4be. \u201eIch wei\u00df es nicht genau. Je mehr du einspeist, um so genauer wird es. Es ist selbstlernend, mein Programm. Ich habe das hier erst seit ein paar Minuten vor mir auf dem Bildschirm. So viele Jahre.\u201c<br>\u201cWas hast du auf deinem Bildschirm? Was? Sind es Worte?\u201c<br>\u201eEs sind auch Worte.\u201c<br>Bevor er auflegte, sagte er noch: \u201eBoih ist nicht tot. Beeil dich!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bin noch nie in meinem Leben so schnell ins Institut gefahren. Die Stra\u00dfen waren leer. Ebenso der gesamte Campus. Wegen der Baustelle vor dem Haupteingang des Instituts musste ich an der langen Glasfront an der Seite vorbei. Jede Scheibe war mit den Silhouetten von Greifv\u00f6geln beklebt. Als ich meine Chipkarte f\u00fcr den Eingang aus der Tasche zog, fiel sie mir vor lauter Aufregung und Eile runter. Ich beugte mich hinunter, um sie aufzuheben. Ich wei\u00df noch, dass meine Hand instinktiv zur\u00fcckzuckte. Die Karte lag direkt neben einem Vogelkadaver. Ein ganz kleiner Vogel. Gegen die Scheibe gedonnert, trotz der Aufkleber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich sa\u00df also vor meinem Bildschirm und Michaels Programm rechnete. Ich hatte die Daten des ersten Tages geladen. Das Programm spuckte Buchstaben aus. Doch Zeile f\u00fcr Zeile, die sich an meinem Bildschirm aufbaute, wurden mehr und mehr W\u00f6rter erkennbar. Das Programm begann sie richtig zu trennen. Ich begann zu lesen. Es waren keine S\u00e4tze. Aber es waren Worte, die immer wieder einen klaren Zusammenhang ergaben. Boih erwachte aus der Narkose und war sich sofort der Situation bewusst. Er sprach nicht von sich, sondern richtete das Wort an uns. Er sprach uns an! Da waren erst Anweisungen und mahnende Worte, und dann sogar etwas, was wir \u00e4u\u00dferst selten zu h\u00f6ren bekamen von ihm: ein Lob.<br>Dann sagte er, die Narkose sei wie bei all den Narkosen seiner zahlreichen Krebsoperationen in den Jahren zuvor nichts als ein schwarzer Fleck ohne Erinnerung. Er wolle aber bald wissen, wie lange er ohne Bewusstsein war, welcher Tag, welche Uhrzeit jetzt sei. Wir w\u00fcrden sicher bald bescheid geben. Er beschrieb seinen Zustand sehr detailliert. Es sei wie ein luzider Traum. Volles Bewusstsein mit totaler Freiheit. Dann sprach er von dem Gl\u00fcck, das er empfand. Das Gl\u00fcck v\u00f6lliger Abwesenheit von Schmerz und M\u00fcdigkeit. Er sei so wach wie nie zuvor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich schaute auf die Uhr. Es war f\u00fcnf Uhr morgens. Ich hatte etwa drei Stunden lang Zeile f\u00fcr Zeile Boihs Gedankenfluss gelesen, ohne aufzublicken. Dann schaute ich in die Timeline der Aufzeichnung. Es waren seit Boihs Erwachen gerade mal sechs Minuten vergangen.<br>Ich scrollte nach unten. Seite um Seite. Boihs Gedanken kreisten um alles M\u00f6gliche. Es ging um seine Frau und seine T\u00f6chter. Es standen dort Dinge \u00fcber sein Leben, die er wohl nie jemandem anvertraut hatte. Immer wieder ging es um eine Person, bei der es sich um seinen Vater handeln musste. Dann ging es seitenweise nur um sein Girokonto und das Onlinepasswort. Das Passwort, an das er sich zwingen wollte nicht zu denken, es stand dort hunderte Male hintereinander. Ich scrollte weiter. Ich ging zum Archivschrank, in dem unz\u00e4hlige Festplatten aufgereiht standen. Die ersten Wochen. Alles Andere wurde im Rechenzentrum gespeichert. An Tag zwei begann er, seine Verwirrung noch zu beschreiben. Wo er sei, da g\u00e4be es keinen Schlaf, das mache ihm langsam zu schaffen. Er bem\u00fchte sich, ein klares Bild seines Problems zu zeichnen. Zwischen wirren Buchstabenfolgen standen S\u00e4tze, die direkt an uns, an mich, gerichtet waren. Er habe unwillk\u00fcrliche Angstzust\u00e4nde, etwas wie ein Schwindelgef\u00fchl. Er bat darum, endlich eine Antwort zu bekommen von uns. Irgendein Zeichen, ein Signal. Er brauche Bilder, Ger\u00e4usche. Eine Stimulation. Irgendetwas.<br>Ich wechselte die Platte. Er sagte Texte auf. Gedichte, Kinderlieder. Tausende von Zeilen, immer wieder. Dazwischen eine klare Argumentation, warum es nur noch um eins ginge. Ein Ende zu machen. Er gab klare Anweisungen dazu. Viele tausend Seiten sp\u00e4ter flehte er uns an, ihn zu erl\u00f6sen.<br>Ich nahm die letzte Festplatte, die wir hier aufbewahrten. Ich war mir nicht sicher, ob ich darauf gefasst sein w\u00fcrde, was ich darauf fand. Ich z\u00f6gerte lange, bis ich begann zu lesen. Es war schlimmer, als alles, was ich erwartet hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich ging zum Port f\u00fcr den Datenabgleich des Signals. Die Daten, die ich seit zehn Jahren immer wieder \u00fcberspielte in der vagen Hoffnung, es m\u00f6ge sich mal etwas \u00e4ndern an der Dauerschleife, irgendeine Kleinigkeit, oder dass es wenigstens schw\u00e4cher w\u00fcrde, um bald ganz zu versiegen. Ich riss die Platte, die gerade noch dabei war, Boihs Signal aufzuzeichnen, einfach raus aus ihrem Schacht und h\u00e4ngte sie an.<br>Michaels Programm rechnete. Dann f\u00fcllte sich der Bildschirm. Abertausende von Zeilen. Es war nur ein einziges Wort. Ein Wort, das zu denken nicht l\u00e4nger als zwei Sekunden dauert.<br>Ich rannte aus dem Labor, lie\u00df die T\u00fcr offen stehen, ich rannte den Flur entlang und blickte mich um. Ich hob den M\u00fclleimer an. Er war zu leicht. Mein Blick fiel durch die Glast\u00fcr nach drau\u00dfen. Die Baustelle. Auf Paletten stapelten sich Betonplatten f\u00fcr den neuen Gehweg. Ich konnte eine mit beiden H\u00e4nden gerade so tragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich wei\u00df, dass das Labor und alles, was ich zerst\u00f6rt habe, Ihr Eigentum war. Ich wei\u00df auch, dass die Daten Ihr Eigentum sind. Sie k\u00f6nnen alles haben, ich werde nichts davon je wieder ben\u00f6tigen. Verklagen Sie mich, es ist mir egal. Ich habe nichts gel\u00f6scht, bis auf dieses letzte Signal. Ich werde mit dem Wissen leben m\u00fcssen. Aber ich werde es Ihnen nicht sagen, was da stand. Ich werde es niemandem sagen. Niemals.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Philipp Knauss<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hinweis: <\/strong>Sie schreiben Kurzgeschichten rund um die Genres Mystery, Fantasy, Gothic oder Horror? Wir ver\u00f6ffentlichen selbige auf dieser Seite zu eben diesen Genres und laden Sie herzlich ein, Ihr Werk einzureichen. <a href=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/reichen-sie-ihre-kurzgeschichten-ein\/\" data-type=\"page\" data-id=\"8250\">Hier finden Sie alle Informationen<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war ein sehr kleiner Vogel, der an einem lauen Sommernachmittag zuckend vor unserem Haus lag. Ich hatte den dumpfen Schlag gegen die Fensterscheibe deutlich geh\u00f6rt. Schon von weitem sah &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":1520,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[],"class_list":["post-1519","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kurzgeschichten"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.4 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Das Signal \u2013 Von Philipp Knauss - rottenplaces Onlinemagazin<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/kurzgeschichten\/das-signal-von-philipp-knauss\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Das Signal \u2013 Von Philipp Knauss - rottenplaces Onlinemagazin\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Es war ein sehr kleiner Vogel, der an einem lauen Sommernachmittag zuckend vor unserem Haus lag. Ich hatte den dumpfen Schlag gegen die Fensterscheibe deutlich geh\u00f6rt. Schon von weitem sah &hellip;\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/kurzgeschichten\/das-signal-von-philipp-knauss\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"rottenplaces Onlinemagazin\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2019-03-17T10:40:00+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2026-09-14T05:03:03+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/199639_original_R_K_by_tom-higgins_pixelio.de_das_signal.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"800\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"536\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Gastbeitrag\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Gastbeitrag\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"27\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/kurzgeschichten\\\/das-signal-von-philipp-knauss\\\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/kurzgeschichten\\\/das-signal-von-philipp-knauss\\\/\"},\"author\":{\"name\":\"Gastbeitrag\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/#\\\/schema\\\/person\\\/2415b15dc62d2762637905267dc13bdc\"},\"headline\":\"Das Signal \u2013 Von Philipp Knauss\",\"datePublished\":\"2019-03-17T10:40:00+00:00\",\"dateModified\":\"2026-09-14T05:03:03+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/kurzgeschichten\\\/das-signal-von-philipp-knauss\\\/\"},\"wordCount\":4997,\"commentCount\":0,\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/#organization\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/kurzgeschichten\\\/das-signal-von-philipp-knauss\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2025\\\/05\\\/199639_original_R_K_by_tom-higgins_pixelio.de_das_signal.jpg\",\"articleSection\":[\"Kurzgeschichten\"],\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"CommentAction\",\"name\":\"Comment\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/kurzgeschichten\\\/das-signal-von-philipp-knauss\\\/#respond\"]}]},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/kurzgeschichten\\\/das-signal-von-philipp-knauss\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/kurzgeschichten\\\/das-signal-von-philipp-knauss\\\/\",\"name\":\"Das Signal \u2013 Von Philipp Knauss - rottenplaces Onlinemagazin\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/kurzgeschichten\\\/das-signal-von-philipp-knauss\\\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/kurzgeschichten\\\/das-signal-von-philipp-knauss\\\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2025\\\/05\\\/199639_original_R_K_by_tom-higgins_pixelio.de_das_signal.jpg\",\"datePublished\":\"2019-03-17T10:40:00+00:00\",\"dateModified\":\"2026-09-14T05:03:03+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/kurzgeschichten\\\/das-signal-von-philipp-knauss\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/kurzgeschichten\\\/das-signal-von-philipp-knauss\\\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/kurzgeschichten\\\/das-signal-von-philipp-knauss\\\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2025\\\/05\\\/199639_original_R_K_by_tom-higgins_pixelio.de_das_signal.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2025\\\/05\\\/199639_original_R_K_by_tom-higgins_pixelio.de_das_signal.jpg\",\"width\":800,\"height\":536,\"caption\":\"Foto: pixelio\\\/Tom Higgins\"},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/kurzgeschichten\\\/das-signal-von-philipp-knauss\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Start\",\"item\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Das Signal \u2013 Von Philipp Knauss\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/\",\"name\":\"rottenplaces Onlinemagazin\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/#organization\",\"name\":\"rottenplaces Onlinemagazin\",\"url\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2025\\\/04\\\/cropped-logo_web_new2025-1.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2025\\\/04\\\/cropped-logo_web_new2025-1.jpg\",\"width\":1088,\"height\":149,\"caption\":\"rottenplaces Onlinemagazin\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"}},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/#\\\/schema\\\/person\\\/2415b15dc62d2762637905267dc13bdc\",\"name\":\"Gastbeitrag\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/secure.gravatar.com\\\/avatar\\\/042bc18cbbd399769b57dfb69adf36b35f48430e71fb70359debf7bd04dbf8a1?s=96&d=mm&r=g\",\"url\":\"https:\\\/\\\/secure.gravatar.com\\\/avatar\\\/042bc18cbbd399769b57dfb69adf36b35f48430e71fb70359debf7bd04dbf8a1?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/secure.gravatar.com\\\/avatar\\\/042bc18cbbd399769b57dfb69adf36b35f48430e71fb70359debf7bd04dbf8a1?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"Gastbeitrag\"},\"url\":\"https:\\\/\\\/rottenplaces.de\\\/rpweb\\\/author\\\/gastbeitrag\\\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Das Signal \u2013 Von Philipp Knauss - rottenplaces Onlinemagazin","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/kurzgeschichten\/das-signal-von-philipp-knauss\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Das Signal \u2013 Von Philipp Knauss - rottenplaces Onlinemagazin","og_description":"Es war ein sehr kleiner Vogel, der an einem lauen Sommernachmittag zuckend vor unserem Haus lag. Ich hatte den dumpfen Schlag gegen die Fensterscheibe deutlich geh\u00f6rt. Schon von weitem sah &hellip;","og_url":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/kurzgeschichten\/das-signal-von-philipp-knauss\/","og_site_name":"rottenplaces Onlinemagazin","article_published_time":"2019-03-17T10:40:00+00:00","article_modified_time":"2026-09-14T05:03:03+00:00","og_image":[{"width":800,"height":536,"url":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/199639_original_R_K_by_tom-higgins_pixelio.de_das_signal.jpg","type":"image\/jpeg"}],"author":"Gastbeitrag","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Verfasst von":"Gastbeitrag","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"27\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/kurzgeschichten\/das-signal-von-philipp-knauss\/#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/kurzgeschichten\/das-signal-von-philipp-knauss\/"},"author":{"name":"Gastbeitrag","@id":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/#\/schema\/person\/2415b15dc62d2762637905267dc13bdc"},"headline":"Das Signal \u2013 Von Philipp Knauss","datePublished":"2019-03-17T10:40:00+00:00","dateModified":"2026-09-14T05:03:03+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/kurzgeschichten\/das-signal-von-philipp-knauss\/"},"wordCount":4997,"commentCount":0,"publisher":{"@id":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/#organization"},"image":{"@id":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/kurzgeschichten\/das-signal-von-philipp-knauss\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/199639_original_R_K_by_tom-higgins_pixelio.de_das_signal.jpg","articleSection":["Kurzgeschichten"],"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"CommentAction","name":"Comment","target":["https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/kurzgeschichten\/das-signal-von-philipp-knauss\/#respond"]}]},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/kurzgeschichten\/das-signal-von-philipp-knauss\/","url":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/kurzgeschichten\/das-signal-von-philipp-knauss\/","name":"Das Signal \u2013 Von Philipp Knauss - rottenplaces Onlinemagazin","isPartOf":{"@id":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/kurzgeschichten\/das-signal-von-philipp-knauss\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/kurzgeschichten\/das-signal-von-philipp-knauss\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/199639_original_R_K_by_tom-higgins_pixelio.de_das_signal.jpg","datePublished":"2019-03-17T10:40:00+00:00","dateModified":"2026-09-14T05:03:03+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/kurzgeschichten\/das-signal-von-philipp-knauss\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/kurzgeschichten\/das-signal-von-philipp-knauss\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/kurzgeschichten\/das-signal-von-philipp-knauss\/#primaryimage","url":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/199639_original_R_K_by_tom-higgins_pixelio.de_das_signal.jpg","contentUrl":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/199639_original_R_K_by_tom-higgins_pixelio.de_das_signal.jpg","width":800,"height":536,"caption":"Foto: pixelio\/Tom Higgins"},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/kurzgeschichten\/das-signal-von-philipp-knauss\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Start","item":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Das Signal \u2013 Von Philipp Knauss"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/#website","url":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/","name":"rottenplaces Onlinemagazin","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/#organization","name":"rottenplaces Onlinemagazin","url":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/cropped-logo_web_new2025-1.jpg","contentUrl":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/cropped-logo_web_new2025-1.jpg","width":1088,"height":149,"caption":"rottenplaces Onlinemagazin"},"image":{"@id":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/#\/schema\/logo\/image\/"}},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/#\/schema\/person\/2415b15dc62d2762637905267dc13bdc","name":"Gastbeitrag","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/042bc18cbbd399769b57dfb69adf36b35f48430e71fb70359debf7bd04dbf8a1?s=96&d=mm&r=g","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/042bc18cbbd399769b57dfb69adf36b35f48430e71fb70359debf7bd04dbf8a1?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/042bc18cbbd399769b57dfb69adf36b35f48430e71fb70359debf7bd04dbf8a1?s=96&d=mm&r=g","caption":"Gastbeitrag"},"url":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/author\/gastbeitrag\/"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1519","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1519"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1519\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9204,"href":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1519\/revisions\/9204"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1520"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1519"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1519"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rottenplaces.de\/rpweb\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1519"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}